Berliner Denkmal : Mauer-Stiftung will East Side Gallery übernehmen
Der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Axel Klausmeier, hält die Übernahme der East Side Gallery in die Trägerschaft seiner Stiftung für denkbar. Grundsätzlich würde er einen solchen Schritt begrüßen, sagte Klausmeier in Berlin dem Evangelischen Pressedienst. Entscheidend seien aber die Rahmenbedingungen.
So müsse im Vorfeld geklärt werden, welches Areal rund um die etwa 1,3 Kilometer lange Open-Air-Galerie künftig betreut werden soll und wer die Kosten für Instandhaltung und Bildungsangebote trägt. „Alle diese Fragen sind zwingend miteinander verbunden, wenn man angemessen über den historischen Ort und seine Bedeutung informieren will“, sagte Klausmeier.
Zur Zeit wird das längste noch existierende Stück der Berliner Mauer vom Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg betreut. Mehr als ein Vierteljahrhundert nach der Wiedervereinigung muss die East Side Gallery immer wieder vor Vandalismus geschützt werden. Das ist mit immensen Kosten verbunden.
Die Ostseite des Mauerstücks war 1990 von 108 Künstlern aus 21 Ländern bemalt worden. Bis zu drei Millionen Menschen besuchen jährlich die ehemalige DDR-Hinterlandmauer an der Spree, die die Stadtteile Friedrichshain und Kreuzberg von einander trennte. Seit 1991 steht die East Side Gallery unter Denkmalschutz. 2009 wurde das Mauerstück bereits umfassend saniert. 85 Künstler malten ihre Bilder erneut. Zur Zeit schützt ein etwa zwei Meter hoher Bauzaun die Open-Air-Galerie zwischen der Oberbaumbrücke und dem Ostbahnhof.
Bevor sie vielleicht doch zerstückelt wird, sind wir die 1316 Meter der East Side Gallery abgelaufen und haben jedes einzelne Stück Mauerkunst im Bild festgehalten. Wir beginnen an der Oberbaumbrücke mit Oskar (Hans Bierbrauer) und "Ohne Titel".
Foto: Kitty Kleist-HeinrichBuntes Kunstwerk mit Geschichte: die East Side Gallery.
Foto: Kitty Kleist-Heinrich... bestätigt unser Konzept ...
Foto: Kitty Kleist-Heinrich... Seitwärtsschritt, Seitwärtsschritt, klick, klick.
Foto: Kitty Kleist-HeinrichAuch schön bunt, sehr lang und mit Botschaft ...
Foto: Kitty Kleist-Heinrich... die "Hymne an das Glück" von Fulvio Pinna. Und weil man zu Touristen nett sein soll, dürfen sie auch durch das Bild latschen.
Foto: Kitty Kleist-HeinrichDieses Mauerstück zieht sich etwas, daher noch ein paar Informationen zum Künstler: Pinna wurde 1948 in Furtei auf Sardinien geboren ...
Foto: Kitty Kleist-Heinrich
... und lebt seit 1987 in Berlin. Merkwürdig, auf seiner Homepage heißt sein Bild ...
Foto: Kitty Kleist-Heinrich
... „Ode an die Freude“. Rechts sehen Sie eine kleine Lücke. "Paradise Out Of The Darkness" von Kikue Miyatake Sano fehlt, ...
Foto: Kitty Kleist-Heinrich
... daher geht es weiter mit "Vaterland" von Günther Schaefer ...
Foto: Kitty Kleist-Heinrich... und P.f.L.P gehört nicht zum Kunstwerk! Die Abkürzung steht für "Popular Front for the Liberation of Palestine".
Foto: Kitty Kleist-HeinrichVon April bis Ende Oktober 2009 wurden 105 Bilder saniert. Die meisten auch von den Künstlern, die 1990 bei der Schaffung der Mauergalerie dabei waren.
Foto: Kitty Kleist-HeinrichAufgepasst: Jetzt kommt jemand, ...
Foto: Kitty Kleist-Heinrich... den eigentlich jeder kennen müsste.
Foto: Kitty Kleist-HeinrichNa, erkannt?
Foto: Kitty Kleist-HeinrichRichtig: Gorbi sitzt da am Lenkrad von ...
Foto: Kitty Kleist-Heinrich... "Ohne Titel" von Georg Lutz Rauschebart
Foto: Kitty Kleist-HeinrichDas Konzept der Aufnahmen hatten wir schon verraten?
Foto: Kitty Kleist-HeinrichSeitwärtsschritt, Seitwärtsschritt.
Foto: Kitty Kleist-HeinrichDas ist schön, das wird Ihnen gefallen.
Foto: Kitty Kleist-HeinrichCésar Olhagaray schuf "Uhrmenschen der Computer".
Foto: Kitty Kleist-HeinrichUnd hier gibt es ebenfalls wegen der Länge ein paar Eckdaten über den Künstler: Nationalität: Chilene / Franzose, ...
... geboren 1951 in Santiago de Chile, Wohnsitz Berlin und Santiago de Chile.
Foto: Kitty Kleist-HeinrichDer Künstler bietet auch Bodypainting an!
Foto: Kitty Kleist-HeinrichNiedlich, kleine Luftballons!
Foto: Kitty Kleist-HeinrichNein!
Foto: Kitty Kleist-HeinrichAliens? Auch falsch.
Foto: Kitty Kleist-Heinrich"Pneumohumanoiden" von ...
Foto: Kitty Kleist-Heinrich... Jens-Helge Dahmen.
Foto: Kitty Kleist-HeinrichKurz und knapp ...
Foto: Kitty Kleist-HeinrichAn möglichen Gesprächen zwischen Bezirk und Senats über die Zukunft der East Side Gallery sei die Stiftung Berliner Mauer nicht direkt beteiligt, sagte Klausmeier weiter: „Deshalb kann ich nichts über den aktuellen Diskussionstand sagen.“ Laut Senatskulturverwaltung ruhen die Gespräche derzeit, da sich der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg nach der Wahl im September 2016 „neu aufstellt“. Der zuständige Bezirksstadtrat Florian Schmidt (Grüne) war für Anfragen nicht erreichbar.
Mit Blick auf den neuen Senat sagte Klausmeier, Kultursenator Klaus Lederer (Linke) habe bereits „hervorragende Einblicke in das komplexe Thema und die damit verbundenen Herausforderungen“. „Nun wird es darum gehen, diese lösungsorientiert mit den beteiligten Akteuren zu diskutieren, insbesondere auch mit dem momentan verantwortlichen Bezirk, um den historisch bedeutsamen Rest der Berliner Mauer adäquat schützen, erhalten und erklären zu können“, so der Direktor der Stiftung Berliner Mauer.
Laut Senatskulturverwaltung hat der Senat bereits 60.000 Euro als „Zuschuss an die Stiftung Berliner Mauer“ für die East Side Gallery in den Haushalt eingestellt. Allerdings dürfe die Stiftung darüber nicht verfügen, hieß es aus der Stiftung. (epd)