Foto: Hannibal/dpa
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Die JVA Tegel in Berlin-Reinickendorf.

Justizvollzugsanstalt Tegel Häftling zündet seine Zelle an

von Jörn Hasselmann

Ein Gefangener der Justizvollzugsanstalt Tegel hat am Mittwoch seine Zelle angezündet. Der Mann wurde schwer verletzt, die Feuerwehr schickte einen Notarzt mit dem Rettungshubschrauber in das Gefängnis. Der zu Lebenslang verurteilte Marius C. hatte seine Zellentür verbarrikadiert. Drei Mitarbeiter der JVA wurden leicht verletzt, sie sollen Rauch eingeatmet haben.

Nach Angaben der Feuerwehr-Leitstelle ging der Notruf der Anstalt um 13.40 Uhr ein. Der 39–jährige Rumäne saß in der Teilanstalt II ein – die mit Abstand den schlechtesten Ruf in Tegel hat. Beide Suizide in Tegel geschahen in diesem Jahr in dem Haus, Nico B. hatte einen Abschiedsbrief hinterlassen, Harry S. nicht. In den winzigen Zellen sind überwiegend Langstrafer sowie Problemfälle untergebracht.

Die knapp 400 Gefangenen  nennen ihre Sieben-Quadratmeter-Zellen „Wohnklo“. Im September hatte die Insassenvertretung  den Zustand angeprangert. Der Brief mit dem Titel „Beklagenswerte Missstände in der Teilanstalt II“ liegt dem Tagesspiegel vor. Darin wird eine Vergrößerung der Zellen und eine Halbierung der Gefangenenzahl gefordert.

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