FC Bayern München : "FC Meister" Uneinholbar
von Helmut SchümannOb sie jetzt in ein paar Tagen, Wochen, ihren Arbeitsplatz verlieren werden? Arjen Robben? Franck Ribbery? Bastian Schweinsteiger? Nach der gängigen Lehre des Fußballs sind satte Fußballspieler müde Fußballspieler. Die Dortmunder haben das einmal vorgeführt, als sie die Champions-League gewannen, die glorreichen Helden nicht rauswarfen, sondern weiter machten mit dem gleichen Personal und kurz darauf kurz vor der Pleite standen, weil die Helden nur noch müde waren.
Die Bayern werden gleich Deutscher Meister hier in Berlin. Ich lege mich da mal fest, und wenn ich irre, so what, dann werden sie eben nächstes Wochenende Meister und haben dann schon mal eine Motivation für die nächste Saison, es dann aber mal besser zu machen. Weil, nächste Saison werden die Bayern bestimmt wieder Meister. Zum, ach, keine Ahnung, zum wievielten Mal. Zum mehr Mal als andere Klubs in Deutschland, Europa, der Welt, der Galaxie. Diesmal also so früh wie noch keine Mannschaft in Deutschland.
Die Fans haben Grund ihren FC Bayern zu feiern.
Die Fans haben Grund ihren FC Bayern zu feiern.
Meister des Märzens, keine Loser wie die Schalker, die nur Meister des Herzens wurden. Damals als dieser Andersson noch ein Tor für die Bayern in Hamburg erzielte, in der Sekunde, als sie sich auf Schalke vor Glück schon in die Hose machten. Manuel Neuer? Weg mit dem. Ab nach dem zu Manchester, Madrid, Barcelona, Abu Dhabi, Fortuna!
Das wäre doch mal ein Ziel für die anderen. Deutscher Meister werden. Vor den Bayern. Ohne aufgedeckten Steuerbetrug, das wäre es doch mal. „Ey, Leute, wir sind Meister geworden, weil wir ans Festgeldkonto gegangen sind, bei uns schießt noch Liebe die Tore, nicht Geld, bei uns wird man reell Meister.“
Wer in der Westkurve im Oberring übrigens nach ganz oben stiefelt und sich in der letzten Reihe auf den Klappstuhl stellt, sieht einen wunderschönen Sonnenuntergang hinter Spandau. Wäre das Dach hier oben geschlossen, sähe man den nicht (und müsste stattdessen immer Hertha da unten guckt, was nicht immer ein Vergnügen ist, wie wir wissen).
Foto: ImagoSie wollen mit Wissen prahlen? Dann sagen Sie: Das ist der einzige Baum auf dem Stadiongelände, sein Name "Podbielski"-Eiche. Steht dort seit vielen, vielen Jahrzehnten.
Foto: André Görke"Berliner! Brandenburger! Hertha-Fans!" Olympiastadion, Februar 2016, Südtor. Immer schön entspannt bleiben.
Foto: ImagoFlaschen bleiben draußen - die Pfandsammler sind gut zu erkennen ...
Foto: André Görke1913/1914, vor dem S-Bahnhof Olympiastadion (das es damals noch gar nicht gab). Ein markantes Restaurant namens "Waldhaus". Man achte auf den Sockel des Gebäudes ...
Foto: promo/Stephan Brandt, 2015, Sutton-Verlag - "Von der Pferderennbahn Grunewald zum Olympiastadion"... und das Foto gut 100 Jahre später aufgenommen, im Februar 2016: Der Bürgersteig ist noch da, der Sockel - nur das Hauptgebäude des Landessportbundes sieht heute anders aus.
Foto: Kai-Uwe-HeinrichS-Bahnhof Olympiastadion, 30er Jahre. Der Straßenverlauf ist immer noch so. Und wo heute BVG-Busse parken fuhren damals Straßenbahnen (rechts) ... aber eins fehlt am linken Bildrand!
Foto: promo/Stephan Brandt, 2015, Sutton-Verlag - "Von der Pferderennbahn Grunewald zum Olympiastadion"Februar 2016. Das gewaltige Corbusierhaus fehlte damals. Sonst ist vieles geblieben, sogar das Wohnhaus in der Bildmitte.
Foto: Kau-Uwe HeinrichBerlin, 1936. Ein Blick von den Stadionterrassen auf den S-Bahnhof. Die Bäume sind gerade erst gepflanzt, man beachte die Kioske unter dem Dach ...
Foto: promo/Stephan Brandt, 2015, Sutton-Verlag - "Von der Pferderennbahn Grunewald zum Olympiastadion".... die Kioske sind weg, dafür befindet sich unter dem Vordach eine Kneipe. Und die Bäume sind mittlerweile ziemlich groß (und einer schon wieder abgeholzt).
Foto: Kai-Uwe HeinrichDiese Aufnahme entstand entweder 1936 oder 1938 am Südtor. Ein gewaltiger Biergarten für 5000 (!) Menschen befand sich dort hinter den Stadion-Terrassen.
Foto: promo/Stephan Brandt, 2015, Sutton-Verlag - "Von der Pferderennbahn Grunewald zum Olympiastadion"Und so trist sieht es 2016 aus. Die Terrassen sind immer noch zu sehen, sogar die Treppen ... aber hier wird schon lange nicht mehr bei Kaffee und Kuchen gesessen.
Foto: Kai-Uwe HeinrichDer Zugang zum alten Stadion, aufgenommen 1916. Das Gebäude gibt es noch immer in der Jesse-Owens-Allee ...
Foto: promo/Stephan Brandt, 2015, Sutton-Verlag - "Von der Pferderennbahn Grunewald zum Olympiastadion"Früher war das Dach rechts durchgehend, heute fahren dort Vips und die Mannschaftsbusse ins Stadioninnere.
Foto: Kai-Uwe HeinrichEine Postkarte aus den 30er Jahre .... wir sehen das Südtor des Olympiastadions. Wo heute ein großer Parkplatz ist, befand sich früher ein großer Biergarten.
Foto: ImagoEin herrlicher Postkartenfund. Bahnhof Reichssportfeld, 1935. Noch mit altem Namen.
Foto: ImagoSchnappschuss aus Opas Fotokiste: Dieses Foto entstand in den 50er Jahren aus dem Oberring des Olympiastadions. Links sind ganz viele Doppeldecker der BVG zu sehen, die Massen drängen ins Stadion.
Foto: Familie GörkeBerlin, 1987. Auch das gehört zur Geschichte des Olympiastadions - die Militärparaden auf dem Maifeld der britischen Alliierten mit allem Bohei (Dudelsack, Panzer, Farbpatronen). Die Briten hatten ihr Hauptquartier neben dem Stadion.
Foto: ImagoHelmut Schön im Olympiastadion, im Mai 1972. Damals fand das EM-Viertelfinale (die Endrunde war in Belgien) gegen England in Berlin statt. Dank des 3:1 in Wembley reichte im Rückspiel bei herrlichem Berliner Frühlingswetter ein knackiges 0:0.
Foto: ImagoDie Anzeigetafel war im EM-Viertelfinale 1972 noch per Hand zu bedienen.
Foto: ImagoHier ein Foto aus dem Oberring, als gerade Fußball-WM 1974 in Berlin war. Die Polizisten stellten sich damals mit ihren Helmen in den schmalen Gang hinter dem Oberring.
Foto: ImagoKinder, ist das lange her. Mitte der 80er war's, links Beckenbauer, in der Mitte von Weizsäcker, rechts Jos Luhukay ... ach, nein, doch nicht. Aber hinten: ein Stadion ohne Dach. Damals hat man einen herrlichen Sommerbrand im Sommer bekommen und ist im Winter meist erfroren.
Foto: dpaOlympiastadion, 30er Jahre. Hinten ist der S-Bahnhof zu sehen, die Bäume sind noch jung (und wo heute "Der Holländer" ist, befindet sich eine Wiese). Vorn das Olympiastadion - ohne Dach (das sollte sich erst in den 70er ändern zur WM 1974).
Foto: ImagoSeit 1985 (damals noch zu Mauerzeiten) findet hier das DFB-Pokalfinale statt. Im ersten Jahr durfte sich Friedhelm Funkel freuen, damals im Stadion ohne Dach. Ps: Die Fans von Bayer Uerdingen sollen damals den Schlachtruf "Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin" erfunden haben.
Foto: dpaGreifen wir noch einmal in die Archivkiste: Hier ein Bild von den Olympischen Spielen 1936 (im Hintergrund die Podbielski-Eiche). Sieht fast so aus wie heute.
Foto: ImagoHier ein Blick aus dem Zeppelin: Ein Dach gab es nicht, dafür viele, viele Stehplätze. Und hinten ist das große Schwimmstadion mit der dritten Tribüne zu sehen, die es ja heute auch nicht mehr gibt.
Foto: ImagoDie Olympischen Spiele 1936.
Foto: ImagoDie Olympischen Spiele 1936. Hitler im Auto auf dem Weg zur Tribüne.
Foto: ImagoDie Ehrentafel am Marathontor. Sie erinnert an die Olympischen Erfolge der Sportler - auch die der jüdischen.
Foto: ImagoDurch diesen Tunnel - wie hier 1936 - laufen die Sportler noch heute. Er führt von der Jesse-Owens-Allee runter in den Keller des Stadions. Über die Brücke rannten einst Pferde auf der Pferderennbahn.
Foto: ImagoBald 24 Meistertitel für den FC Bayern
Das soll jetzt nicht heißen, dass der FC Bayern heute in Berlin, so früh, wie noch keine Mannschaft in Deutschland, versehen mit allerlei Rekorden, den meisten ungeschlagenen Spielen in Folge, die wenigsten Gegentore in Folge, die meisten geschossene Tore in Folge, die kürzeste Fußballschuhschnürsenkel in Folge, das soll jetzt nicht heißen, dass der FC Bayern sich seinen, wievielten Meistertitel?, 24?, ah, ja 24!, danke, erschummelt hat. Nein, er hat ihn verdient, ehrlich, auf ehrliche Haut, Uli Hoeneß, der ehemalige Manager und noch ehemaligere Präsident steht dafür gerade, beziehungsweise sitzt demnächst dafür ein.
Aber wie geht es nun weiter? Wenn die Luft raus ist in der Liga? Sie werden sich Motivationen suchen müssen, sie können einem Leid tun, diese Bayern. Das Ziel für die letzten Spieltage: Unbesiegt die Saison überstehen. Daneben den Pokal gewinnen und die Champions League auch. Also die Wiederholung des Triples. Für die nächste Saison sollte dann ein weiterer Wettbewerb erfunden werden, dann können die Bayern auch das Quattro holen. Quattro ist noch besser als Triple. Aber das Quattro gibt es ja schon: die Weltmeisterschaften der Klubmannschaften. Die Frage nach dem Titelträger ist albern, natürlich der FC Bayern. Es muss also ein Quintett her. Außerdem muss es das Ziel sein, die beste Mannschaft aller Zeiten und der Welt zu sein, die ohne ihren eigentlichen Präsidenten auskommen muss. Ohne Punktverlust. Ohne auch nur ein Gegentor. Das geht aber nur, wenn die Mannschaft hungrig ist auf Erfolge.
Wenn man das weiter denkt, wird es also rosig aussehen für den Rest der Liga in der kommenden Saison. Irgendwo müssen die satten ja unterkommen, Ribery bei der Hertha zum Beispiel. Auf geht’s Hertha: Kämpfen und verlieren!