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Foto: bpk / Münchner Stadtmuseum
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Im Kaiserreich gab es keine politische Opposition. Diese Funktion übernahm die "Meinungspresse", was ihr eine schnell wachsende Bedeutung verlieh. Es herrschte ein harter Konkurrenzkampf um die Leser der Drei-Millionen-Stadt Berlin.

Aufstieg und Fall einer Zeitungsstadt Wie Berlin zur Presse-Metropole wurde

Peter de Mendelssohn

In Berlin gab es keine Zeitungen. Die Stadt hatte ein Viertel ihrer Einwohner verloren. Sie erlebte den gewalttätigsten Wendepunkt ihrer gesamten Geschichte. Die ganze Welt verfolgte atemlos den Lauf des Geschehens, und überall auf dem Erdball war man über den Kampf um Berlin rascher und zuverlässiger unterrichtet als in Berlin selbst.

Zum ersten Mal in ihrem langen, bewegten Leben war die große Stadt völlig abgeschnitten vom übrigen Deutschland, von Europa, von der Welt und nicht zuletzt von sich selbst. Es gab kein Wasser, keine Elektrizität, kein Gas; es gab fast keine Lebensmittel und überhaupt keine Verkehrsmittel. Es gab keinen Rundfunk. Es gab keine Zeitungen.

Man schrieb die letzte Aprilwoche des Jahres 1945. Am 1. Mai fiel Berlin; die Sowjetarmee besetzte es. Aber noch am 3. Mai notierte ein norwegischer Journalist in seinem Tagebuch, es sei unmöglich festzustellen, was eigentlich vor sich gehe: „Die Absperrung von der Umwelt ist noch immer vollständig. Das einzige, was wir hören, sind lose Gerüchte, mehr oder weniger glaubwürdig. Russische Soldaten erzählen uns, dass die Meldungen von Hitlers Heldentod im Kampf nur faschistische Lügenpropaganda seien …“

Es war nicht das erste Mal in der Geschichte der Stadt, dass russische Truppen in Berlin standen. Es war das dritte Mal. Aber es war das erste Mal, dass die Berliner nicht aus ihren Zeitungen erfuhren, was sich in ihrer eigenen Stadt ereignete.

Am 3. Oktober 1760 erschien der russische General von Tottleben an der Spitze von fünftausend Mann vor der Stadt und beschoß die Friedrichstadt vom Tempelhofer Feld aus. Er besetzte die Stadt, plünderte sie aus und zog am 12. Oktober wieder ab. Während seines neuntägigen Regiments nahmen Berlins Zeitungen freilich vorsichtshalber ein Blatt vor den Mund. Aber sie schwiegen nicht still.

Ein halbes Jahrhundert später standen die Russen abermals in Berlin. Diesmal freilich waren sie nicht als Eroberer, sondern als Befreier gekommen; und diesmal brauchten Berlins Zeitungen kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Aus der „Spenerschen Zeitung“ erfuhren die Berliner in klarer und sachlicher Berichterstattung, was sich beim Abzug der Franzosen unter Eugen Beauharnais ereignete: »Am 4. März 1813 räumte die französische Garnison vor Tagesanbruch die Stadt und defilierte zum Halleschen Thor hinaus. Während dies auf der Südseite der Stadt geschah, drang von der Nordseite her die russische leichte Kavallerie unter dem General Tschernitscheff gegen das Oranienburger Thor. (...) Ihr Einmarsch ging durch die gedrängten Reihen des Volkes, das von allen Seiten hinzuströmte und ihnen den freundlichsten Willkommen entgegenbrachte. (...) Die Russen verfolgten hiernächst auf mehreren Straßen den Feind und wiederholten ihre Angriffe, namentlich in der Nachbarschaft der Dörfer Schöneberg und Steglitz, wobei die Franzosen an Toten und Gefangenen gegen viertehalbhundert Mann verloren. An Nachzüglern und Verspäteten waren in der Stadt 218 Mann aufgegriffen worden und in den Hospitälern an Verwundeten und Kranken ungefähr 1600 Mann in russische Gefangenschaft geraten.“

Das letzte Zeitung blieb vor der Druckerei liegen

Anderthalb Jahrhunderte später war es anders. Vom 23. April 1945 an drangen die Truppen der Sowjetarmee in die Vorstädte Berlins ein, in die Außenbezirke und weiter in die Straßen der großen Stadt. Im Norden, Süden, Osten, Westen fiel Ortsteil um Ortsteil. Am 25. April 1945 wurden Lichterfelde, Lankwitz und Treptow gestürmt. Am folgenden Tag standen die Russen in Dahlem. Am 27. April erreichten Marschall Koniews Truppen Steglitz, Schmargendorf und Grunewald. Am gleichen Tag stürmte Marschall Schukow Neukölln und Tempelhof. Hier, in dem mächtigen rostbraunen, weithin sichtbaren Turmbau des großen Druckhauses am Teltowkanal, vor weniger als zwei Jahrzehnten in der Hochblüte der „Stadt der Zeitungen“ von den Brüdern Ullstein errichtet, war Berlins letzte Zeitung erschienen.

Diese Zeitung hatte keine Ähnlichkeit mehr mit dem, was die Erbauer dieses Hauses unter einer Zeitung verstanden hatten. Sie hatte mit dem, was die Berliner, einst das zeitungsversessenste und zeitungsverwöhnteste Volk der Welt, sich unter einer Zeitung vorstellten, nichts gemein. Dieses Blatt hatte vier Seiten und war nur halb so groß wie die herkömmliche Berliner Mittagszeitung. Es hatte keinen Verleger, keine Redaktion, keine Anzeigen, keinen Vertrieb; nicht einmal seine Druckerei war genannt. Es enthielt außer dem Tagesbericht des Oberkommandos der Wehrmacht nichts, was man selbst bei größter Dehnung des Begriffs hätte eine Nachricht nennen können. Es war einzig in seiner Art: es enthielt nicht ein wahres Wort. So hatte es auch keinen Preis. Es wurde nicht verkauft, sondern kostenlos verteilt. In der rechten oberen Ecke stand: „Lesen und weitergeben!“ Die Berliner beachteten weder die eine noch die andere Aufforderung.

Dieses Blatt hieß „Der Panzerbär“, mit dem Untertitel „Kampfblatt für die Verteidiger Groß-Berlins“. Als Herausgeber zeichnete etwas, das sich bündig „Dienststelle Fp.-Nr. 67 700“ nannte. Die erste Nummer erschien am 23. April 1945, die letzte am 29. April. Diese letzte Nummer wurde nicht einmal mehr verteilt. Große Stöße davon lagen auf der Straße herum. Dort blieben sie liegen.

Foto: bpk / Friedrich Seidenstücker

Der Blätterwald. In der Vorkriegszeit bildeten die Verlagshäuser und Redaktionen quasi ein eigenes Viertel rund um die Kochstraße. 500 Druckereien produzierten 1928/1929 über 2000 Zeitungen, Journale und Magazine.

Foto: bpk / Friedrich Seidenstücker

Der Blätterwald. In der Vorkriegszeit bildeten die Verlagshäuser und Redaktionen quasi ein eigenes Viertel rund um die Kochstraße. 500 Druckereien produzierten 1928/1929 über 2000 Zeitungen, Journale und Magazine.

Ein neues Blatt der neuen Zeit – so stand es im Herbst 1898 auf allen Berliner Litfasssäulen zu lesen. Das neue Blatt war Leopold Ullsteins „Berliner Morgenpost“. Mit seinem Erscheinen begann der Zeitungskrieg Ullstein-Scherl, der bis in das neue Jahrhundert hinein die Berliner Zeitungswelt in Atem hielt.

August Scherls „Berliner Lokal-Anzeiger“ war jetzt fünfzehn Jahre alt und schon längst keine Sensation mehr, sondern eine feststehende Einrichtung des Berliner Lebens. Er hatte eine Umwälzung im deutschen Zeitungswesen hervorgerufen und einen neuen Zeitungstyp geschaffen, der inzwischen überall nachgeahmt worden war. Aber er hatte nicht das gehalten, was er ursprünglich versprochen hatte: ein wirkliches Volksblatt zu sein. Scherl war in seiner ganzen Anschauungsweise den wilhelminischen Gründerjahren verhaftet und spürte nicht, dass der Zeitgeist ihn hinter sich zurückzulassen begann. Die Berliner aber spürten es: Sie wollten nicht immer nur vom Kaiser lesen, und sie hegten eine gesunde, demokratische Skepsis gegenüber der angeblichen Unfehlbarkeit der Regierung und des Adels. Gegen Ende der neunziger Jahre hatte Scherl mit großen Teilen der Bevölkerung die Fühlung verloren.

Hinzu kam etwas anderes. Scherl hatte zwar richtig erkannt, dass die Berliner der einseitig parteipolitisch festgelegten Blätter alten Stils überdrüssig waren. Aber er hatte ihre Anteilnahme an öffentlichen Angelegenheiten und ihren Wunsch, in öffentlichen Auseinandersetzungen Partei zu nehmen, unterschätzt. Diesem Bedürfnis trug die von ihm ins Leben gerufene „Generalanzeiger-Presse“ nicht Rechnung. Als Ullsteins „Berliner Morgenpost“ mit der programmatischen Überschrift: „Parteinehmer, nicht Parteigänger!“ hervortrat, erwies das Echo, welches sie fand, dass sie die Stimmung richtig eingeschätzt hatte.

Das Blatt konnte sich selbst der Ärmste leisten

Leopold Ullstein hatte inzwischen die Schwelle der siebzig überschritten. Seit mehr als zwei Jahrzehnten hatte er mit seiner „Berliner Zeitung“ der alten Fortschrittspartei treu zur Seite gestanden und sich auch nicht gescheut, Opfer für die von ihr vertretene Sache zu bringen. Aber als die Partei geistig und in ihren Persönlichkeiten überalterte und den neuen Verhältnissen und Einsichten nicht mehr gerecht zu werden vermochte, und als Louis Ullstein ihm darlegte, dass der Augenblick gekommen sei, mit einer neuen volkstümlichen Zeitung den leeren Raum zu füllen, den die überalterte Parteipresse einerseits und die offiziös gewordene Generalanzeiger-Presse andererseits frei gemacht hatten, fand er den Vater nicht unempfänglich.

Auch sonst lagen die Verhältnisse günstig. Es hatte sich inzwischen in Berlin die in der übrigen Welt kaum bekannte Gepflogenheit eingebürgert, die Zeitungen zweimal täglich erscheinen zu lassen. Eine Zeitung nach der anderen fügte ihrer Morgenausgabe auch eine Abendausgabe hinzu. Dies zwang zur Erhöhung der Bezugspreise, ohne dass die Blätter selbst besser wurden. Die zweimalige Berichterstattung am Tage konnte natürlich schneller sein, aber sie zersplitterte sich.

Ullstein beschloss, mit der damaligen Gepflogenheit zu brechen und seine neue Zeitung als einmal täglich erscheinendes Morgenblatt herauszubringen. Es sollte sich herausstellen, dass diese „Neuerung“, die im Grunde nur eine Abkehr von einer „Entartung“ war, sehr wesentlich zum Erfolg der Zeitung beitrug. Ullstein beschloss als weitere Neuerung, das bei der „Berliner Illustrirten“ mit so großem Erfolg eingeführte Wochenabonnement für die neue Tageszeitung zu übernehmen: Niemand sollte sich zur Abnahme der Zeitung auf mehr als eine Woche verpflichten müssen. Sechs Nummern kosteten nicht mehr als eine Nummer der illustrierten Wochenschrift. Einen „Groschen“ in der Woche konnte sich selbst der Ärmste leisten. Während alle übrigen Berliner Tageszeitungen zwischen fünf und zehn Pfennig pro Nummer kosteten, war Ullsteins neues Blatt für 1,6 Pfennig einschließlich Zustellung zu haben.

Leopold Ullstein mochte das Risiko des neuen Unternehmens mit einer gewissen Bangigkeit betrachten. Aber schließlich war doch er es, der auf- grund langer Erfahrung und großer Menschenkenntnis die zündende Idee hatte, welche den Erfolg verbürgte. Er fand den Mann, der die neue Zeitung zu schaffen und zu gestalten verstand, und zwar genau so, wie sie dem Verlag vorschwebte. Dieser Mann war ein ausgesprochenes Original und hieß Arthur Brehmer.

Brehmer stammte, wie viele der erfolgreichsten Journalisten Berlins, nicht aus Berlin, sondern aus Wien. Er war der Kaffeehaus-Literat par excellence. „Auf einer langen hageren Figur saß ein großer, etwas verwitterter Kopf, der von einem sich ganz wild gebärdenden Haarschopf gekrönt war. Ein ewig abrutschender Zwicker jonglierte auf der hakig gekrümmten Nase.“ So schildert ihn Georg Bernhard. Dieser Mann war im Frühsommer 1898 engagiert worden, um das Feuilleton der „Berliner Zeitung“ und der „Abendpost“ ein wenig aufzufrischen. Brehmer verbrachte den größten Teil seiner Zeit nicht am Redaktionsschreibtisch, sondern im benachbarten Café Friedrichshof, wo er alle möglichen, zum Teil recht abenteuerlich aussehenden jungen Leute in stundenlangem Gespräch um seinen Tisch versammelte. An diesem Tisch erledigte er auch seine Redaktionsarbeit, schrieb seine Artikel und beantwortete seine Korrespondenz. Die meisten Zuschriften schob er freilich ungeöffnet in die Schreibtischschublade und vergaß sie.

Diese erstaunliche Arbeitsweise eines Feuilletonredakteurs, der sich an keinen Stundenplan hielt, mit seinen Manuskripten immer erst im letzten Augenblick in der Setzerei eintraf, dennoch eine ausgezeichnete Zeitung machte und nebenher sogar noch ständig Fortsetzungsromane schrieb, verblüffte Ullstein. Der Mann gefiel ihm. Ullstein hatte sich bereits nach verschiedenen Seiten hin nach einem geeigneten Chefredakteur für die neue Zeitung umgesehen, aber ohne rechten Erfolg. Jetzt erklärte er eines Tages seinen erstaunten Söhnen: „Nehmen wir Brehmer! Der Mann ist ja nie da! Wenn er trotzdem sein Feuilleton so gut macht, muss er was Besonderes weg haben. Ich glaube, er ist der richtige Mann.“

"Tapfer die Meinung vertretendes Blatt"

Die „Berliner Morgenpost“ erschien am 20. September 1898 zum ersten Mal. Bereits nach zwei Monaten hatte die „Morgenpost“ 40 000 Abonnenten, nach siebenmonatigem Bestehen, im April 1899, überschritt sie die ersten hunderttausend und war jetzt bereits größer als Mosses „Berliner Tageblatt“ oder Ullsteins „Berliner Zeitung“ und „Abendpost“ zusammengenommen. Als sie ein Jahr alt war, hatte sie 160 000 Bezieher und damit Scherls „Lokal-Anzeiger“ überflügelt. Im Mai 1900 war die erste Viertelmillion erreicht. Noch nie in der Zeitungsgeschichte Berlins hatte eine Tageszeitung eine solche Auflagenhöhe erzielt. Und noch immer kletterte die unheimliche Zeitung weiter, bis sie im April 1930 mit einer Auflage von über 400 000 Exemplaren (623 000 am Sonntag) ihren Höchststand als die auflagenstärkste Zeitung Deutschlands erklomm.

Was war das Geheimnis dieses Erfolges? Es war kein Geheimnis.

Schon August Scherl hatte zwanzig Jahre früher beim Studium der englischen und amerikanischen Zeitungen bemerkt, dass hier ein ganz anderer Stil vorherrschte, von dem man etwas lernen konnte. Aber er hatte nur die Äußerlichkeiten des Stils übernommen und auch sie verflacht, ohne das journalistische Verantwortungsbewusstsein gegenüber der öffentlichen Meinung, das den von ihm nachgeahmten Vorbildern eigen war. In Deutschland war diese Unterscheidung nicht geläufig, und die „Morgenpost“ musste folglich darauf bedacht sein, bei ihrer „Amerikanisierung“ nicht mit der „gelben Presse“ in einen Topf geworfen zu werden.

Dass ihr dies gelang, war in erster Linie das Verdienst Brehmers. Bei aller Frische der Aufmachung und des Stils blieb die Zeitung in ihrer Grundhaltung ernst und verantwortungsbewusst und rutschte nie ins Grelle, Läppische oder gar Zynische ab. Im Gegenteil, Brehmer war einer der ersten Berliner Journalisten, die es wagten, auch solche Zeitübel anzupacken, an denen „die Wohlanständigkeit zwar berechtigten Anstoß nahm, aber nur in stummer Klage vorüberging“, wie etwa die Slums des damaligen Berliner Scheunenviertels. Brehmer war ein Bohémien, aber er war alles andere als ein weltfremder Kaffeehaus-Literat. Seine Maxime war: „Erst sehen, dann darüber nachdenken, dann darüber schreiben!“

Brehmer war auch einer der Ersten, die bei der Lokalberichterstattung methodisch die Leser der Zeitung zur Mitarbeit heranzogen. Auch das war etwas Neues, das die „Morgenpost“ an ihr Publikum fesselte. Brehmer veranlasste, dass Mitteilungen des Publikums, wenn sie von Wert waren, angemessen honoriert wurden. Das sprach sich schnell herum, und bald konnte sich in Berlin nichts von allgemeinem Interesse ereignen, ohne dass „sehr ordentliche Leute“ es schleunigst zur „Morgenpost“ gebracht hätten.

„Dass aus dem Gewirr dieser Anfangstage“, schreibt [der Chef des Wirtschaftsteils] Georg Bernhard, „und trotz der Quecksilbrigkeit des Chefredakteurs, der die Fortsetzungen zu seinen Romanen meist im Café schrieb, überhaupt schließlich Tag für Tag eine Zeitung entstand, das schien allen immer von neuem ein Wunder. Brehmer hatte sich seine Redakteure aus aller Welt zusammengeholt. Er probierte und wechselte. Er stellte die höchsten Anforderungen und hatte nach einem Jahr schließlich einen Stab beieinander, der es verstand, ein volkstümliches, an keine Schablone gebundenes und dabei doch tapferes und seine Meinung vertretendes Blatt zu schaffen.“

Der einzige, den es auf die Dauer bei seinem Werk nicht hielt, war Brehmer selbst. Der fantastische, genialische, von Ideen übersprudelnde Mann vermochte nicht, sich in die feste Arbeitsdisziplin einer Redaktion zu fügen, und indes die „Morgenpost“ zu einem mächtigen Unternehmen anwuchs, wurde die Führung des Blattes allzu unberechenbar. Mitarbeiter, Setzerei, Druckerei, Vertrieb klagten über Brehmers Nachlässigkeit und Disziplinlosigkeit. Schließlich gab es keinen anderen Ausweg: man musste sich von ihm trennen. Der unbeschreibliche Mann, der buchstäblich am Kaffeehaustisch Deutschlands größte Zeitung in die Welt gesetzt hatte, kehrte in seine Heimatstadt Wien zurück.

Der Zeitungskrieg

Niemand verfolgte den Aufstieg der „Morgenpost“ mit größerer Aufmerksamkeit als August Scherl; und niemand konnte sich leichter die gewaltige finanzielle Anspannung ausrechnen, die infolge des niedrigen Einführungspreises und der hohen Werbekosten im Ullsteinhaus nötig war. Scherl zweifelte nicht, dass die Konkurrenz ihren geringen Preis nicht würde halten können. Aber er musste sich trotzdem gegen die Bedrohung wehren, die seinem „Lokal-Anzeiger“ erwachsen war. Der Schwung der „Morgenpost“ war gefährlich für den „Lokal-Anzeiger“; die Unrentabilität war gefährlich für die „Morgenpost“.

Scherl beschloss, zum Gegenangriff überzugehen: Eine Werbekampagne ohnegleichen sollte den „Lokal-Anzeiger“, dessen Abonnementseinnahmen im Jahr 1899 um 70 000 Mark zurückgegangen waren, auf neue Auflagenhöhen hinauftreiben und zugleich Ullstein so hohe Kosten aufzwingen, dass der Preis der „Morgenpost“ erhöht werden musste und der „Lokal-Anzeiger“ wieder konkurrenzfähig wurde.

Damit setzte der Zeitungskrieg Ullstein–Scherl ein. Er spielte sich, zumindest nach außen, ausschließlich auf den Berliner Litfasssäulen ab. Woche um Woche verkündete Scherl auf großen Plakaten die langsam, aber sicher ansteigenden Auflageziffern. Woche um Woche erschienen jetzt daneben die noch größeren Ullstein-Plakate mit den schneller und ebenso sicher ansteigenden „Morgenpost“-Ziffern. Ganz Berlin verfolgte das Rennen mit Spannung.

Würde die „Morgenpost“ den „Lokal-Anzeiger“ einholen? Sie holte ihn ein. Würde sie ihn überholen? Sie überholte ihn. Scherl wusste, dass er geschlagen war. Aber er wusste auch, dass Ullstein sich die Fortführung des erbitterten Krieges nicht leisten konnte. Der Augenblick zu Verhandlungen war gekommen. Scherl schickte einen Abgesandten in die Kochstraße. Ob man sich nicht verständigen könne?

„Das ist unsere Rettung!“, erklärte Louis Ullstein den versammelten Brüdern. Scherl, so hatte der Mittelsmann zu verstehen gegeben, sei bereit, einen Anteil an der „Morgenpost“ zu erwerben und eine Million Mark dafür zu zahlen, vorausgesetzt, dass Ullstein einwilligte, den mörderischen Reklamekrieg einzustellen und keine Auflageziffern mehr öffentlich bekannt zu geben.

Die Vereinbarung wurde im April 1900 in einem Freundschafts- und Konkurrenzausschluß-Vertrag festgelegt. Die Plakate verschwanden von den Anschlagsäulen. Die „Morgenpost“ teilte am 11. Mai 1900 ihren Lesern keineswegs schüchtern, sondern geradeheraus mit: »Das lang Erwartete tritt ein«, und erhöhte den Preis um fünfzig Prozent.

Die Absicht Scherls, mit dieser „Stützungsaktion“ den „Lokal-Anzeiger“ gegen die „Morgenpost“ gleichsam abzuschirmen, wurde jedoch damit nicht erreicht. Die „Morgenpost“ war jetzt bald finanziell gesund und entwickelte sich unaufhaltsam weiter, und Scherl verdiente lediglich an ihrem Aufstieg mit. Schon zwei Jahre später war Ullstein in der Lage, die Hälfte der Scherl gehörenden 625 000 Mark »Morgenpost«-Anteile zum Neuwert zurückzukaufen. Die im Verlag Scherl zu dieser Zeit herrschenden Verhältnisse fügten es, dass Scherl dieses Geld gut brauchen konnte. Am 31. März 1909 kehrte auch die andere Hälfte der „Morgenpost“-Anteile zu Ullstein zurück.

Diese Vereinbarung, die Scherl zu seinem eigenen Schutz vorgeschlagen hatte, begünstigte auf längere Sicht denjenigen Verleger, der die größere Initiative und die wirklich neuen Ideen besaß. Scherl glaubte, sein Schäfchen ins trockene gebracht zu haben. Er hatte noch kurz vor der Verständigung mit Ullstein schnell selbst eine neue Morgenzeitung gegründet, und diese Zeitung war durch die Vereinbarung geschützt. „Der Tag“ erschien 1900 zum ersten Mal.

Mit ihm wollte Scherl „höher hinaus“. Hans Erman charakterisiert dieses Streben in seiner Scherl-Biographie: Scherl hat sich gegenüber der Krone seine Verdienste erworben, indem er das Volk für die Monarchie gewinnt – er hofft, mit dem „Tag“ die Aristokratie für die Probleme des Volkes zu gewinnen. (...) Aber es war sehr bald zu merken, daß diese „führenden Kreise“ Scherl sehr gern als ihren Anwalt, auch als ihren Propagandisten in Anspruch nahmen, daß sie aber nur wenig Lust hatten, sich von ihm belehren zu lassen.

Aber der „Tag“ war und wurde kein Geschäft. Bald lief im Zeitungsviertel das Scherzwort um, Scherl verliere „an einem Tag“ mehr, als er „in einer Woche verdienen“ könne. Der „Tag“ blieb bis zu seiner Einstellung 1934, ein Zuschussunternehmen. Er war nicht die erste und nicht die letzte Zeitung in Berlin, die aus Prestigegründen oder aus politischen Erwägungen am Leben erhalten wurde.

Foto: imago stock&people

Gleichgeschaltet. Hitler und seine Begleiter zeitungslesend bei einer Rast 1933.

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Gleichgeschaltet. Hitler und seine Begleiter zeitungslesend bei einer Rast 1933.

Berlin war an der Jahreswende 1928/29, dem höchsten Stand seiner wirtschaftlichen, geistigen und kulturellen Blüte, eine Stadt der Zeitungen im wahrsten Sinn des Wortes. Im Jahr 1928 zählte man im Deutschen Reich 3356 politische Tageszeitungen, von denen in Berlin allein 147, nach anderer Rechnung 114 erschienen. Die Differenz ergab sich vermutlich daraus, dass in der höheren Ziffer eine Reihe von Zeitungen mitgezählt wurden, deren politischer Charakter zweifelhaft war.

Nimmt man Zeitungen und Zeitschriften zusammen, wie sie bei Großverlagen wie Ullstein und Scherl zusammengenommen werden mussten, da sie ein eng verflochtenes verlegerisches und publizistisches Ganzes bildeten, so zeigt sich, dass Berlin im Jahr 1928 nicht weniger als 2633 verschiedene Zeitungen und Zeitschriften hervorbrachte. In Berlin waren damit 26 Prozent der gesamten deutschen Zeitungs- und Zeitschriftenproduktion konzentriert. Die eigentlichen Zeitungen machten hiervon nur viereinhalb Prozent aus. Aber ihr Umfang und ihre hohen Auflagen hielten sich weit über dem Durchschnitt im Reich.

Hundertsiebenundvierzig richtige Zeitungen in einer einzigen Stadt! Von diesen erschienen 93 sechsmal oder öfter; 18 erschienen wöchentlich zwei bis fünfmal; 29 wöchentlich einmal. Es gab eine russische und eine polnische, die beide sechsmal wöchentlich erschienen. Den größten Teil dieser 147 Zeitungen stellten natürlich die etwa siebzig Blätter der sogenannten Großberliner Heimatpresse, die nur eine lokale Verbreitung in ihrem jeweiligen Stadtbezirk und eine vergleichsweise kleine Auflage hatten. Aber mehr als die Hälfte von ihnen erschien täglich, und manche von ihnen hatten recht ansehnliche Auflagen. Die größte und älteste von ihnen war die 1858 gegründete „Spandauer Zeitung“ mit 32 000; ihr folgten die „Neue Zeit“ in Charlottenburg mit 23 000.

Die Parteien zersplitterten und mit ihnen die Presse

Sehen wir von dieser lustig blühenden, aber politisch einflusslosen Bezirkspresse ab, so finden wir in der Reichshauptstadt an der Jahreswende 1930/31 noch immer 45 Morgenzeitungen, 14 Abendzeitungen und zwei Mittagszeitungen, die mit ganz wenigen „unpolitischen“ oder „parteilosen“ Ausnahmen politisch mehr oder weniger festgelegt und somit ein formendes Element der öffentlichen Meinung waren. Betrachtet man die politische Orientierung dieser „Meinungspresse“, so blickt einem die ganze Spaltung und Zerfaserung des politischen Lebens von damals entgegen, die eine organische und wirksame politische Willensbildung und eine maßgebende öffentliche Meinung unmöglich machten. Die Parteien zersplitterten sich immer mehr; und mit ihnen zersplitterte sich die auf die Parteien festgelegte Presse.

Die kommunistischen und die nationalsozialistischen Blätter unterschieden sich grundsätzlich von den übrigen. Sie waren ein völlig anderer und bis dahin nicht gekannter Typ. Während die herkömmliche deutsche Zeitung vielen Absichten diente, indem sie zugleich informierte, bildete, belehrte, unterhielt und amüsierte, verzichtete der neue Zeitungstyp auf all dieses und trat als reines „Kampfblatt“, also als Agitationsmittel, auf. Die „Kampfblätter“ waren nicht aus der Zeitschrift entwickelt, sondern aus der politischen Flugschrift, dem Flugblatt und dem Handzettel, und sie wiesen alle deren Charakteristika auf: die Auflösung des Textes in eine Serie gestaffelter Überschriften, einen lauten, aggressiven Ton, Behauptungen statt Argumente, Schmähung statt Debatte, ein knatterndes Maschinengewehrfeuer von Schlagworten statt einer geordneten Auseinandersetzung. Diese Zeitungen waren weit mehr gesprochen als geschrieben. Besonders die nationalsozialistischen waren im Grund gedruckte Wiedergaben der oratorischen Agitation, mit der die nationalsozialistische Bewegung die Massen zu sich heranzog, und sollten auch nichts anderes sein.

Zeitungen können keine Revolutionen machen. Der Umsturz von 1933 war nicht das Werk des „Völkischen Beobachters“, und das „Berliner Tageblatt“ und die „Vossische Zeitung“ konnten ihn nicht im Keim ersticken. Wohl aber konnten Hugenbergs Zeitungen dem Umsturz den Weg bereiten und ihn fördern, und sie taten es nach Kräften.

So fragt sich Hermann Ullstein immer wieder, wie war es möglich? Jeder siebente Deutsche las damals regelmäßig ein Erzeugnis des Verlages Ullstein. Es gab wirklich einen Typ deutschen Staatsbürgers, den der liberal-demokratische, aufgeschlossene, tolerante, aus vernünftiger Überlegung und sachlicher Auseinandersetzung gespeiste Geist ansprach, der in den Zeitungen und Zeitschriften des Verlagshauses lebte. Aber sprach dieser Geist kräftig, nachdrücklich und konsequent genug aus diesen Publikationen? Und wenn er es tat, übte er einen bestimmenden Einfluss auf diese fast sieben Millionen aus?

Es ist kaum zu bestreiten, dass die demokratische Presse vor allem in den Anfangsjahren, als die Republik Wurzeln fassen musste, sich zu wenig bemühte, das Interesse der Massen für die neue Staatsform zu wecken. Es wurde, grob gesprochen, wie Hermann Ullstein es ausdrückt, für die Republik »zu wenig Reklame gemacht«.

Die demokratischen Zeitungen wachten spät auf. Doch sie wachten auf. Die Behauptung, sie hätten den Anmarsch des Nationalsozialismus „verschlafen“, ist ebenso unrichtig wie die Unterstellung, sie hätten sein eigentliches Wesen nicht erfasst. Sie erkannten die Gefahr durchaus, und es fehlte ihnen keineswegs an Mut, ihre Erkenntnisse klar und deutlich auszusprechen.

Die Bindung war zu eng

Diese Artikel erregten Aufsehen; aber nicht bei jenen, die es aufzuklären galt. Sie predigten den Bekehrten. Die Kleinbürger und Arbeiter, die dem Nationalsozialismus in die Arme liefen, lasen die „Vossische Zeitung“ nicht. Sie lasen jedoch die „Berliner Morgenpost“ und die „Berliner Illustrirte“, und es war die Frage, ob sich auf dieser Ebene mehr erreichen ließ. Hermann Ullstein war in seiner temperamentvollen Art dafür, es zu versuchen. Er war überzeugt, dass die Presse eine „unausgenützte Macht“ sei. Er schlug vor, die Ullsteinschen Massenblätter wie „Morgenpost“ und „Illustrirte“ aus ihrer bisherigen „Neutralität“ herauszureißen, sie als Waffe im Kampf für die bestehende Ordnung und gegen den Umsturz einzusetzen. Es ließen sich durch sie sechs bis sieben Millionen Deutsche „erfassen“ und beeinflussen, die in ihrer Mehrheit jenen Schichten angehörten, die für den Nationalsozialismus besonders anfällig waren.

Der Verlag lehnte, wie Hermann Ullstein erzählt, seinen Vorschlag ab. Man hielt ihm vor, man werde auf diese Weise die Hälfte der Leser verlieren. Er erwiderte, es sei besser, die Hälfte jetzt als alle Leser später zu verlieren. Hier jedoch lag ein Trugschluss. Der sofortige Verlust der ersten Hälfte der Leser hätte den späteren Verlust auch der zweiten Hälfte nicht verhindert. Denn man hätte mindestens die Hälfte der knapper werdenden Inserate verloren und dabei politisch Nennenswertes nicht erreicht. Der Verlag hatte mit seiner Weigerung recht, ohne zu wissen, warum. Hermann Ullstein erkannte es später: „Obwohl unsere Leser uns nach außen hin treu blieben, bestand nur wenig Zweifel, dass sie im Herzen nicht mehr auf unserer Seite waren. Innerlich war die gute Hälfte von ihnen, die überzeugt war, daß ,es nicht so weitergehen kann’, bereits in Hitlers Lager. Tag um Tag kritisierten wir ihr Idol und griffen es an, und es hatte nicht die geringste Wirkung auf sie.“

Roosevelt gewann hintereinander vier Präsidentenwahlen mit großen Mehrheiten, obwohl sich bis zu vier Fünftel der gesamten amerikanischen Presse mit äußerster Anstrengung für seine Gegner einsetzten. Die Leute lasen ruhig ihre gewohnte Zeitung weiter, richteten sich aber nicht nach ihr. Während die Zeitungsleser in Amerika und England bei wichtigen Entscheidungen wie Wahlen kühl ihre eigenen Entschlüsse fassten, ohne dass das freundliche Verhältnis zur gewohnten Zeitung dadurch gestört wurde, ergab sich in Deutschland eine schwere Störung. Sie konnte nur erfolgen, weil der deutsche Leser nicht etwa ein zu loses, sondern weil er ein zu festes Verhältnis zu seiner Zeitung hatte. In einem Aufsatz Georg Bernhards aus dem Jahr 1929 wird dies sehr klar definiert. „Der Deutsche“, schrieb Bernhard, „steht zu seiner Zeitung in einem ganz anderen Verhältnis als der Engländer oder Amerikaner. Der Grund hierfür ist das Abonnement.“

Hitler verbot die Presse nicht. Er versklavte sie

Wäre diese Bindung nicht so fest, ja unlöslich gewesen, so hätte sie möglicherweise dem Zug und Druck der großen Vertrauenskrise der letzten Jahre der Weimarer Republik besser standgehalten. Aber sie war zu unelastisch; so riss sie und kehrte sich geradezu in ihr Gegenteil. Der Zeitungsleser hatte aufgehört zu denken und verlangte von seiner Zeitung, dass sie ebenfalls aufhöre zu denken. Und da die Bindung an „seine“ Zeitung weitgehend von Gewohnheit und Sentiment bestimmt war, zuckte der Leser nicht einfach die Achseln über die Meinung der Zeitung, mit der er nicht mehr übereinstimmte, sondern er kündigte in einer heftigen Affekthandlung gleich die ganze Bindung. Die erwähnte Einschüchterung der Abonnenten durch Terror und Drohungen spielte dabei eine bezeichnende Rolle: diese Einschüchterung wäre nicht so leicht möglich gewesen, wenn der Leser die Zeitung von Fall zu Fall auf der Straße gekauft hätte.

Die Zeitungen der Linken und der demokratischen Mitte verloren das Vertrauen ihrer Leser unter anderem auch, weil sie ihre Leser über die tatsächlichen Vorgänge und Entscheidungen nur mangelhaft unterrichteten; und sie unterrichteten sie mangelhaft, weil sie sehr häufig selbst nicht Bescheid wußten und sich auch keine Auskünfte mehr verschaffen konnten. Die Auskünfte, die sie sich verschaffen konnten, waren häufig „vertraulicher“ Natur, und es war unmöglich, von ihnen Gebrauch zu machen. Bismarck prägte das Wort: „Journalisten, auf deren Indiskretion man sich nicht verlassen kann, haben keinen Wert.“ Er vertraute ihnen nur das an, was er auf diskrete Weise in Umlauf gebracht zu sehen wünschte.

Jetzt, unter Papen und Schleicher, war es umgekehrt. Hermann Ullstein bemerkt richtig: „Die Presse war von ihrer ursprünglichen Funktion, dem Publikum so viel Nachrichten und Informationen zu vermitteln, als sie auftreiben konnte, zur Hüterin der tiefsten Geheimnisse geworden. Je enger wir mit der Regierung zusammenarbeiteten, desto strenger wurde unsere Diskretion. Wir wurden in vieles vertraulich eingeweiht, aber es war immer ,natürlich nicht zur Veröffentlichung’.“

Die Politik spielte sich nicht mehr in der Öffentlichkeit ab; die Entscheidungen fielen auf den Hintertreppen der Reichskanzlei und des Reichspräsidentenpalais, hinter den verschlossenen Türen der Wilhelmstraße und der Bendlerstraße. Zeitungen aber sind eine Sache der Öffentlichkeit. Sie leben von der Öffentlichkeit für die Öffentlichkeit. Die deutschen Zeitungen des Winters 1932/33 waren dieser Funktion bereits beraubt. Rings um sie herum war die öffentliche Meinung im Zerfall begriffen. Die Zeitungen standen isoliert. Aber wenn man ihnen auch nicht mehr zuhörte, waren sie doch nicht der Sprache beraubt.

„Die Not läßt sich nicht verbieten, aber die Presse läßt sich verbieten.“ Hitler verbot die Presse nicht. Er erpresste, kaufte und versklavte sie.

- Aus: Zeitungsstadt Berlin, erweitert und aktualisiert von Lutz Hachmeister u.a., in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Pressemuseum im Ullsteinhaus. 816 Seiten. Ullstein Verlag, Berlin 2017. 42 Euro.

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