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Foto: dpa
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Eine der vier großen Bühnen befindet sich im Stadion. Das Foto entstand im Vorfeld des Festivals.

Berlin-Charlottenburg Morgendlicher Soundcheck: Viele Lärmbeschwerden wegen Lollapalooza

Es gibt schon wieder Krach ums Musikfestival Lollapalooza - und zwar ziemlich lauten. Der Anlass: der Soundcheck, der tausende Anwohner am Samstagmorgen aus den Betten holte.

Das Lollapalooza-Festival findet 2018 zum ersten Mal auf dem Maifeld und im Olympiastadion statt. Dort wohnen viele Menschen nebenan. Und anders als bei Konzerten oder Fußballspielen läuft die Veranstaltung nicht nur im abgeschirmten Stadion (dort steht lediglich eine Bühne), sondern vor allem auf den Wiesen ringsherum.

"Vermehrt Beschwerden über laute Musik"

Seit den frühen Morgenstunden melden sich Bürger bei der Berliner Polizei und auch beim Tagesspiegel. Die Polizei hat die Lärmbeschwerden mittlerweile bestätigt: "Unser Notruf meldet heute Morgen vermehrt Beschwerden über laute Musik in Westend ." Und: "Für das Festival sind Soundchecks von 8 bis 11 Uhr genehmigt." Das Präsidium bestätigte am Mittag, dass es ab etwa 8.30 Uhr eine Vielzahl von Anrufen bei der 110 und beim Bürgertelefon (4664 4664) gegeben habe. Anwohner hatten zuvor von Krach ab 7.30 Uhr gesprochen, was sich allerdings nicht erhärten ließ. Auch beim Festival selbst hagelte es Beschwerden. Ein Mitarbeiter räumte ein, dass man „wahnsinnig viele Anrufe und E-Mails“ bekommen habe, alle zwischen 8 und 10 Uhr. „Wir haben einen Fehler gemacht und den Soundcheck zu früh angesetzt“, räumte der Sprecher ein – und gelobte Besserung: am heutigen Sonntag werde der Soundcheck später erfolgen. Eine Uhrzeit konnte er noch nicht nennen, man sei im Gespräch mit den Künstlern. Lollapalooza stritt aber ab, dass Grenzwerte überschritten wurden: Gegen 8.15 Uhr gab es zwar einen „Ausschlag“, dieser war aber „im Rahmen innerstädtischer Belastung“ – was allerdings nicht passt zu den massenhaften Beschwerden von Bürgern.

Auch 2019 soll das Festival dort stattfinden

"Wir sind kurz nach 8 Uhr aus den Betten gefallen", berichtet eine Anwohnerin. Und eine andere meint: "Nichts gegen Konzerte im Stadion, die dauern dann mal zwei Stunden, fertig." Aber so ein Festival über zwei Tage sei Anwohnern nicht zumutbar - schon gar nicht mit Blick auf die Zukunft. Wie berichtet, soll das Festival auch 2019 dort stattfinden. Es gibt eine "Rahmenvereinbarung". Ab 11 Uhr beginnt das Festival - Sonnabend läuft es bis 23 Uhr, Sonntag bis 22 Uhr.

Schon im Vorfeld hatte es Kritik wegen des befürchteten Lärms gegeben. "Der Stapel Anzeigen wächst hier gerade", erzählen Polizisten. Und: "Wir würden gern wissen, wer das mitten in der Stadt genehmigt hat." Ein Lolla-Mitarbeiter räumte ein, dass man „wahnsinnig viele Anrufe und E-Mails“ bekommen habe, alle zwischen 8 und 10 Uhr. „Wir haben einen Fehler gemacht und den Soundcheck zu früh angesetzt“, räumte der Sprecher ein – und gelobte Besserung: Am heutigen Sonntag werde der Soundcheck später erfolgen, versprach der Lollapalooza-Mitarbeiter.

Sonntag bis 22 Uhr

Wie berichtete hatte Staatssekretärin Sabine Smentek (SPD) für den Senat die Spielregeln im Vorfeld klar formuliert: „Eine achtstündige Nachtruhe ist gewährleistet, weil auf die verschobene Nachtzeit ein arbeitsfreier Tag folgt.“ Deshalb dürfe bis 23 Uhr gespeilt werden. Am Sonntag ist um 22 Uhr Schluss.

"Sollten Sie sich gestört fühlen, rufen Sie uns an"

Im Vorfeld hatten die Veranstalter zumindest einen Teil der direkten Anwohner per Brief angeschrieben. "Sollten Sie sich zu irgendeinem Zeitpunkt während des Festivals gestört fühlen, bitten wir Sie, unsere Hotline anzurufen", heißt es in dem Schreiben. "Wir werden uns sofort mit dem Anliegen befassen und zusammen nach einer Lösung suchen." Es gab auch kostenlose Anwohnertickets ("Teilen Sie uns mit, wie viele in Ihrem Haushalt gemeldete Personen an einem kostenlosen Festivalbesuch interessiert sind"). Von dem Angebot haben Anwohner auch Gebrauch gemacht. Wann mit Lärm zu rechnen war, wurde den Anwohnern in dem Brief nicht mitgeteilt.

Beim Tagesspiegel meldeten sich aber auch verärgerte Anwohner, die weder Infozettel ("bei anderen Konzerten üblich") noch Freikarten erhalten haben ("und ich wohne 200 Meter daneben").

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