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Foto: Jens Kalaene/dpa
Foto: Jens Kalaene/dpa

Bald wieder am alten Platz? Das "Räuberrad" von Bert Neumann soll wieder aufgestellt werden.

Berlin Das Räuberrad kehrt an die Volksbühne zurück

Über ein Jahr nach der umstrittenen Entfernung des "Räuberrads" vor der Volksbühne, kehrt das Kunstwerk an den Rosa-Luxemburg-Platz zurück. Das Rad, das der Schweizer Bildhauer Rainer Haußmann nach den Plänen Bert Neumann gebaut hatte, soll noch in diesem Monat wieder aufgestellt werden. Das teilte der Sprecher der Senatsverwaltung für Kultur, Daniel Bartsch, auf Anfrage mit und bestätigte damit einen Bericht der "Berliner Zeitung".

Das Rad hatte der langjährige Intendant und Regisseur der Volksbühne, Frank Castorf, zu seinem Abschied nach 25 Jahren abbauen lassen und zu einem Gastspiel ins französische Avignon mitgenommen. Wohl auch als Protest wegen der Ernennung seines, inzwischen zurückgetretenen, Nachfolger Chris Decron. Die Aktion hatte bei vielen Berlinern jedoch für Ärger gesorgt, schließlich gehört die Skulptur dem Senat. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hatte in dem Fall geschlichtet, indem er das Gastsspiel erlaubte und das Rad danach zu Restauration schickte.

Noch steht das Rad in Oberschöneweide

An der Volksbühne selbst wusste man am Mittwoch noch nichts von den Plänen, wie ein Sprecher mitteilte. "Bis jetzt steht da noch nichts", sagte er.

Tatsächlich befindet sich die Skulptur aktuell noch in Treptow-Köpenick. Über ein halbes Jahr war das Rad in der Werkstatt der Metallfirma Haber & Brandner in Oberschöneweide restauriert worden. Nun seien die Arbeiten abgeschlossen, bestätigte eine Mitarbeiterin am Telefon. "An der Optik hat sich nichts verändert, nur an der Statik haben wir gearbeitet", sagte sie. Nötig war das geworden, weil es beim Abbau des Kunstobjekts Schwierigkeiten gegeben hatte. Ein erster Versuch mit einem Kran war wegen der tiefen Bodenkonstruktion gescheitert.

Hunde-Urin hatte Metall angefressen

"Gerade im Fußbereich hatten wir Bleche, die komplett durchgerostet waren. Die haben wir ausgetauscht", sagte die Mitarbeiterin. Verantwortlich dafür sei Hunde-Urin gewesen, hatte Stefan Pelz, Technischer Leiter der Volksbühne, im vergangenen Jahr mitgeteilt. Wie viel die Restaurierung gekostet hat, ist noch nicht bekannt. Verfügbar waren laut Kulturverwaltung 39.000 Euro gewesen.

Für den Transport war das Kunstwerk zudem zeitweise in drei Teile geschnitten worden. Nun sei das Rad aber wieder zusammengeschweißt und stehe zum Abtransport bereit. Immerhin in Sachen Optik werde die Volksbühne in Zukunft wieder an die Castorf-Vergangenheit erinnern, ist sich die Mitarbeiterin sicher. "Wenn das Rad wieder aufgestellt ist, wird es genau wie früher aussehen."

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