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Sreenshot: Twitter/CDU Britz
Sreenshot: Twitter/CDU Britz

Das Plakat der Neuköllner CDU.

„Dealer, verpisst euch!“ Drastisches CDU-Plakat im beschaulichen Britz

Der Neuköllner Ortsteil Britz hat viele beschauliche Ecken, nicht wenige alteingesessene Nordneuköllner sind zur Familiengründung in den schönen Süden des Bezirks gezogen. Doch, wie berichtet, weitet sich das aus dem Norden bekannte Problem der Drogenkriminalität auch immer weiter nach Süden aus.

Der Neuköllner CDU, genauer dem Ortsverband der CDU Britz, reicht es nun. Also hat sie ein Plakat erstellt: „Dealer, verpisst euch!“, steht darauf und weiter: „Wir sehen euch! Wir rufen die Polizei! Wir klauen euren Scheiß aus euren Verstecken! Haut ab! Wir wollen euch nicht in unserem Britz“. Das gleiche noch einmal übersetzt auf Arabisch, auch eine englische Version des Plakats gibt es.

"Wir wollten bewusst provozieren und den Anwohnern zeigen, dass wir ihre Sorgen ernst nehmen", sagt Christopher Förster, der Vorsitzende der CDU Britz.

Die Aktion kommt aus dem Ortsverband, abgesprochen war sie aber mit dem stellvertretenden Bezirksbürgermeister Neuköllns, Falko Liecke (CDU). „Wir versuchen es hier mal mit einer anderen Message, nicht mit der Willkommenskultur für Kriminelle wie im Görli“, sagte Liecke dem Tagesspiegel. Die Bevölkerung habe die Schnauze voll. „Das wollten wir mit einer drastischeren Ansprache benennen.“ Die Plakate sollen nun an Laternen in Britz geklebt werden.

Der Ortsverband erklärt die Aktion so: „Hunderte Spritzenfunde im Buschkrugpark, dem Akazienwäldchen und in Britz-Süd zeigen deutlich: der Drogenhandel ist aus Nordneukölln in den Süden gelangt. Mit dem Handel kommen suchtkranke Menschen in unser Britz.“ Der Senat, der für die Bekämpfung illegaler Drogen wie Heroin, Cannabis und Crystal Meth zuständig sei, ließe Neukölln weitgehend allein, lautet der Vorwurf.

Deshalb soll am 14. Oktober nun auch ein Bürgerstammtisch der CDU zum Thema Drogenkonsum in der Öffentlichkeit stattfinden. Falko Liecke sowie ein Vertreter der Berliner Polizei sollen darüber sprechen, was der Senat in der Sache tun müsse. Hier erwartet Christopher Förster einen größeren Andrang als sonst beim monatlichen Stammtisch.

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