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Foto: picture alliance / dpa
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"Ich bin ein Berliner"

John F. Kennedy vor dem Schöneberger Rathaus Kennedy-Rede: "Berlin" oder "West-Berlin"?

"Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger dieser Stadt West-Berlin, und deshalb bin ich als freier Mann stolz darauf, sagen zu können: Ich bin ein Berliner".

Dies ist der letzte Satz der historischen Rede von US-Präsident John F. Kennedy vor dem Schöneberger Rathaus, am 26. Juni 1963. Zitiert wurde er am vergangenen Samstag in einem Tagesspiegel-Beitrag über eine andere, inzwischen ebenfalls legendäre Ansprache – die von Ernst Reuter am 9. September 1948 vor dem Reichstag. Da stimmt was nicht, stellte Tagesspiegel-Leser Michael Brader fest. Kennedy habe niemals von West-Berlin gesprochen. Im Originaltext hieße es klar vernehmbar: „Citizens of Berlin....“

In der offiziellen Übersetzung, zu lesen auf berlin.de, der vom Senat verantworteten Homepage, steht aber „West-Berlin“. Was stimmt? Die über Youtube angesteuerte Originalaufnahme der Rede ergibt eindeutig: Kennedy sagte „Berlin“ und nicht „West- Berlin“. Was ist das nun? Eine politisch motivierte Manipulation? Vorgenommen von einem Anhänger kommunistischer, sowjetischer Geschichtsklitterung?

In einer Mail an Claudia Sünder, die Sprecherin des Senats, bittet die Redaktion um Aufklärung, auf wessen Anweisung und mit welcher Begründung „Berlin“ durch „West-Berlin“ ersetzt wurde. Die Antwort kommt, mit einer Entschuldigung, bereits nach einer Stunde und 23 Minuten. Es handele sich um ein bedauerliches Versehen. Kennedy habe sich mehrfach auf West-Berlin bezogen. Unter diesem Eindruck sei wohl der Fehler bei der Übersetzung entstanden.

Stimmt das? Tatsächlich sprach der amerikanische Präsident drei mal von West-Berlin, auch unmittelbar vor der strittigen Stelle. Seit wie vielen Jahren der Fehler unbemerkt blieb, lässt sich nicht mehr feststellen. Bereits am Abend aber war er korrigiert. Dank der Aufmerksamkeit eines Tagesspiegel-Lesers, der als 14-Jähriger die Rede vor dem Rathaus Schöneberg gehört hat.

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