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Foto: Opel
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Stark und schnittig: der Opel Grandland X Ultimate

Opel Grandland X Ultimate Nie wieder nasse Füße

Die rasante Entwicklung der Fahrzeugtechnik bringt es mit sich, dass beim Fahrer Bedürfnisse geweckt und auch erfüllt werden, die früheren Generationen noch gänzlich unvorstellbar waren. Die vielleicht sogar, beim Äußern solch eines Wunsches, bei anderen Automobilisten eine gewisse Belustigung ausgelöst hätten. Zum Beispiel ein Pfützenlicht an den Außenspiegeln. Aus Sicht eines Puristen völlig überflüssig: „Will ich nicht, brauch’ ich nicht.“ Aber irgendwie ist es doch nützlich. Gebannt die Gefahr, einen regenreichen Abend in der Oper oder wo auch immer mit nassen Füßen beginnen zu müssen – nur, weil man bei der Auswahl des Parkplatzes etwas unachtsam war, Sicher kein essentielles Detail am Wagen, aber egal: Der Opel Grandland X Ultimate hat es und manches mehr.
Man möge den Namenszusatz doch bitte Englisch aussprechen, das U also als A, wird in Opel-Kreisen weltmännisch geraten, schon dies ein winziges Indiz für den Stolz, mit dem die Rüsselsheimer ihr neues Flaggschiff präsentieren. Offiziell sogar zweimal kurz hintereinander: Im Oktober 2017 das erste Mal, als Vollendung der mit dem Mokka X und dem Crossland X begonnenen SUV-Offensive – ein Trio der Hoffnung, und offenbar ist sie berechtigt, boomt dieses Segment doch auch bei Opel, hat mittlerweile einen Anteil von 20 Prozent an den Verkäufen gegenüber sieben Prozent 2010.

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Luxus de luxe: der Opel Grandland X Ultimate im baskischen San Sebastián

Foto: Opel

Luxus de luxe: der Opel Grandland X Ultimate im baskischen San Sebastián

Und über noch einen Trend freut man sich beim Hersteller: Dreiviertel aller Kunden, die sich für einen Grandland X entscheiden, ordern gleich die höchste Ausstattungsvariante. Da sah man es als naheliegend an, dieser Luxusoption gleich noch eine Premiumvariante, sozusagen „Luxus de luxe“, folgen zu lassen – eben in Form des unlängst eigens vorgestellten Ultimate.
Wobei ja schon das X ohne das U einiges hermacht, bereits optisch, wenngleich es ein optionales Panoramaglasdach, das auf Knopfdruck durch eine Art Jalousie gegen zu viel Sonne geschlossen werden kann, nur für den Ultimate gibt. Moderne SUV’s möchten gern ebenso kraftvoll wie elegant wirken, als Geländewagen mit Glamour. Beim Grandland X erreicht man das unter anderem durch eine zum Heck hin sanft fallende Dachlinie, während die Unterkante der Seitenfenster nicht wie mit dem Lineal gezogen durchläuft, sondern hinter der B-Säule leicht ansteigt, sich der Dachlinie annähert. Auch ist die C-Säule von einem zusätzlichen Fensterchen durchbrochen, das weniger zum Durchgucken taugt als vielmehr das Äußere weiter aufhübscht, leichter, luftiger, schnittiger wirken lässt – ein aktueller Designertrick, auf den auch andere Hersteller verfallen sind.

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Voller Durchblick: das Panorama-Dachfenster ist optional.

Foto: Opel

Voller Durchblick: das Panorama-Dachfenster ist optional.

Der Optik sollte die Fahrleistung nicht nachstehen, und da hat man noch einmal kräftig draufgelegt: So gibt es den Grandland X auch mit einem 120-PS-Diesel oder als Turbo-Benziner mit 130 PS. Den Ultimate aber stellte Opel in den Hügeln des Baskenlandes mit einem neuen Zwei-Liter-Diesel vor, dessen 177 PS den Wagen in 9,1 Sekunden auf 100 beschleunigen, bei 214 km/h Spitze. Und man gab sich, mit Blick auf die Diskussion um diese Motortechnik, betont gelassen: Der Motor erfülle bereits die Abgasnorm Euro-6d-Temp, die erst im September für Neuzulassungen verbindlich werde. Der Verbrauch soll zwischen 4,8 und 4,9 Litern (inner- und außerorts kombiniert) liegen, allerdings muss man dafür Reifen mit geringem Rollwiderstand aufziehen, also nicht gerade die dicken Stollen fürs Gelände.
Aber wer braucht die schon als Fahrer eines Grandland X Ultimate, der den meisten Besitzern doch viel zu schade sein dürfte, um ihn durch schweres Gelände zu hetzen – zumal er zwar über SUV-übliche Insignien wie Schutzverkleidungen in den unteren Partien, aber über keinen Allradantrieb verfügt. Der soll erst 2019 mit der geplanten Hybrid-Version kommen. Dafür gibt es das von Opel auf den Namen „IntelliGrip“ getaufte Assistenzsystem, eine optional verfügbare elektronische Traktionskontrolle mit fünf Modi, die, wie es heißt, „beste Traktion und stabiles Fahrverhalten“ gewährleiste, „egal ob der Grandland X gerade auf Schnee, Matsch, Sand oder regennasser Fahrbahn unterwegs ist“.

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Glatte Gangwechsel: Zum Turbodiesel die Acht-Stufen-Automatik

Foto: Opel

Glatte Gangwechsel: Zum Turbodiesel die Acht-Stufen-Automatik

Nun, das ist unter dem sonnigen Baskenhimmel jetzt nicht zu überprüfen, das zum Zwei-Liter-Diesel stets mitgelieferte achtstufige Automatikgetriebe dagegen schon. Und in der Tat, der angekündigte „glatte, schnelle“ Gangwechsel funktioniert flüssig und ohne Rucken, bei Bedarf auch mit Tempo, ebenso geeignet für Fahrer, die Freude am gelassenen Dahinrollen haben, wie auch für solche, die gern mal richtig drauftreten, also das favorisieren, was in der Werbelyrik gern als „dynamisches Fahren“ gepriesen wird.

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Wo ist der Sensor? Zum Öffnen der Heckklappe genügt ein angedeuteter Fußtritt.

Foto: Opel

Wo ist der Sensor? Zum Öffnen der Heckklappe genügt ein angedeuteter Fußtritt.

Diesmal also bitteschön in aller Ruhe, die baskischen Straßen und der Verkehr legen dies ohnehin nahe. So hat man Gelegenheit, sich auf die anderen angebotenen, sozusagen „ultimativen“ Annehmlichkeiten zu konzentrieren. Die bequemen Sitze beispielsweise, in denen Fahrer wie Fahrerin doch den engsten Kontakt zum Wagen haben und die sogar vom Verein „Aktion Gesunder Rücken“ geprüft und empfohlen wurden, was besonders ältere Menschen begrüßen werden. Die Polster des Ultimate sind vorn wie hinten beheizbar, Lenkrad und Windschutzscheibe übrigens auch, nur dass die Sitze bei Bedarf auch kühlend pusten, ist zunächst gewöhnungsbedürftig.
Genießen wir also die Landschaft, abgesichert durch den im Ultimate serienmäßigen Frontkollisionswarner mit automatischer Gefahrenbremsung und Fußgängererkennung, gleiten wir entspannt dahin, schließlich verfügt der Ultimate über einen automatischen Tempo-Assistenten, der die gewählte Geschwindigkeit und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug hält, sogar bis zum Stillstand abbremst und erneut beschleunigt. Später wird auch der automatische Parkassistent und, dank 360-Grad-Kamera, auf dem üppigen Display der Rundumblick aus der Vogelperspektive zum Einsatz kommen, was bei der doch recht voluminösen Karosserie ganz hilfreich ist. Und zuletzt bekommt der Wagen zur Belohnung quasi einen angedeuteten Fußtritt – die empfohlene Technik, die Heckklappe zu öffnen und zu schließen. Das hat beim ersten Versuch leider nicht geklappt. Man muss eben wissen, wo der Sensor sitzt.

Technische Daten
Abmessungen (L/B/H): 4,48 m / 1,9 m / 1,61 m (Breite mit eingeklappten Spiegeln)
Antrieb: 2.0 Turbodiesel, 177 PS, Verbrauch 4,9 - 4,8 Liter/100 km (kombiniert inner-/außerorts); 1.6 Diesel, 120 PS, 4,6 - 4,0 Liter/100 km; 1.2 Turbo mit Direkteinspritzung, 130 PS, 5,5 - 5,1 Liter/100 km
Höchstgeschwindigkeit mit Turbodiesel: 214 km/h, in 9,1 Sekunden von 0 auf 100
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe, Sechsstufen-Automatik; Achtstufen-Automatik beim Turbodiesel
Preis des Grandland X Ultimate: ab 34 240 Euro

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