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Foto: Paul Zinken/dpa
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Fahrkartenkontrolle in der Berliner S-Bahn (Symbolbild).

Prozess in Berlin Ticketkontrolleure sollen Fahrgäste abgezockt haben

Berlin - Ticket gekauft, aber leider nicht entwertet: Mehrere Berlin-Besucher wurden den Ermittlungen zufolge in solcher Lage von Kontrolleuren in der S-Bahn zur Kasse gebeten. Zu Unrecht aus Sicht der Staatsanwaltschaft. Ist von der S-Bahn für solche Fälle konsequent Kulanz vorgeschrieben? Das ist eine der Fragen, um die es seit Dienstag im Prozess gegen zwei frühere Kontrolleure geht.

Die 43- und 45-Jährigen waren als Mitarbeiter des privaten Dienstleisters Wisag als Ticketkontrolleure unterwegs. Laut Anklage sollen sie von April bis Oktober 2016 in fünf Fällen in der S-Bahn betrügerisch ein erhöhtes Beförderungsentgelt kassiert haben, obwohl es sich bei den Fahrgästen um Ortsunkundige handelte, die erworbene Tickets aus Unkenntnis nicht entwertet hatten. Sie hätten zudem keine Zahlungsbelege ausgestellt und das Bargeld für sich behalten. Insgesamt 660 Euro.

Mutmaßliche Straftaten von Wisag-Kontrolleuren im Dienst der S-Bahn waren Ende 2017 bekannt geworden. Die Staatsanwaltschaft erhob den Angaben zufolge Anklage in sieben Fällen. In einigen Verfahren geht es um Körperverletzung und Beleidigung, in anderen um Abzocke von Touristen.

Cem T. und René N. sollen unter anderem gegenüber einer Gruppe von chinesischen Austauschstudenten betrügerisch aufgetreten sein. Als sie die sechs Berlin-Besucher in der S-Bahn mit einem nicht entwerteten Gruppen-Ticket erwischten, hätten sie 60 Euro pro Person verlangt. Sonst würden sie nach China abgeschoben, soll T. gedroht haben. 360 Euro in bar hätten sie sich eingesteckt, so die Anklage.

In anderen Fällen seien Schülergruppen aus anderen Bundesländern betroffen gewesen. Einmal soll N. den „Preis“ bei Sofortzahlung halbiert haben. Ist die Arbeitsanweisung, auf die sich die Anklage unter anderem stützt und die nach Angaben einer Zeugin nicht veröffentlicht wurde, bindend? Die Angeklagten schwiegen vor dem Amtsgericht Tiergarten. Der Prozess wird am 27. September fortgesetzt.

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