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Foto: Stephanie Pilick/dpa
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Erstklässler auf dem Weg zur Schule (Symbolbild).

Schulweg-Sicherheit Spandau will „Kiss&Go“-Zonen einrichten

Kennt jeder, kurz vor acht: Autos kurven auf den letzten Drücker in die Straße, am Schultor bricht Hektik aus, im schlimmsten Fall: Gehupe, rennende Kinder, genervte Eltern. Und das jeden Morgen.

„Es werden Rettungswege versperrt und Fußwege zugeparkt“

„Vor den Grundschulen in Spandau sollen ‚Kiss&Go-Areas‘ eingerichtet werden“, fordern jetzt die beiden Fraktionschefs Christian Haß, SPD, und Lars Leschewitz, Linke, in einem gemeinsamen Antrag, der am Mittwoch im Rathaus Spandau eingereicht wird. Ihre Begründung: „Es werden Rettungswege versperrt, Fußwege zugeparkt, der Verkehr in Sackgassen zum Erliegen gebracht.“ Und daher die Schlussfolgerung: „Es ist notwendig, ,Kiss&Go-Areas‘ einzurichten, damit die Eltern in Haltebuchten halten und die Kinder absetzen können, um anschließend sofort weiterzufahren.“ Betonung: sofort.

Die Hektik vor dem Unterricht und die Elterntaxis bis zum Schultor waren schon oft Ärgernis – nicht nur in Spandau. Im vorigen Jahr hatte es stadtweit eine große Debatte gegeben, nachdem Schülerlotsen der Schöneberger Werbellin-Grundschule einfach von der Straße gedrängt worden waren. Auch da standen aggressive Autofahrer im Mittelpunkt: nicht selten Eltern in Eile.

Spandaus oberster Polizist ist "nicht grundsätzlich dagegen"

Und was sagt die Polizei? Das Papier von SPD und Linke hat der Tagesspiegel-Newsletter für Berlin-Spandau Andreas Kirsten vorgelegt – er ist Chef des Spandauer Polizeiabschnitts in der Moritzstraße und damit Spandaus oberster Polizist für Altstadt, Bahnhof, Hakenfelde und Falkenhagener Feld. Ein riesiges Gebiet im Westen Berlins, wo sich viele der 30 Grundschulen des Bezirks befinden. 

Was er von der „Kiss&Go-Area“ hält? „Ich bin selbst Vater, habe zwei Kinder zur Schule gebracht, aber nicht mit dem Auto“, erzählt jetzt Kirsten im aktuellen Tagesspiegel-Newsletter für Spandau. „Die Kinder konnten so wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr machen. Sie lernten, Gefahren zu erkennen, die sie auf dem Rücksitz eines Autos nicht machen konnten.“ Aber: „Ich bin nicht grundsätzlich dagegen. Wenn der gesellschaftliche Wandel eine ‚Kiss&Go-Area‘ für sinnvoll hält, müssen wir darüber diskutieren.“

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