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Foto: Helena Wittlich
Foto: Helena Wittlich

Die Storyboxx steht neben den Gemeinschaftsgärten.

Tempelhofer Feld Die Storyboxx präsentiert Tempelhof-Erinnerungen

Europäisch blau leuchtet die ehemalige Telefonzelle auf dem Tempelhofer Feld bei den Allmende Gemeinschaftsgärten. „Storyboxx“ steht in pinken Buchstaben über der Tür. Es ist ein Ort zum Geschichten tauschen. Am Sonntag wurde er eröffnet.

Wer die Telefonzelle betritt, kann sich Erinnerungen anhören, die Menschen mit dem ehemaligen Flughafen verbinden. Oder die Nummer an der Scheibe anrufen und selbst seine Lieblingsanekdote über das Feld erzählen. Aufgestellt wurde die Box von den Machern des Projekts „Field Trip“, die auch mit dem Tagesspiegel zusammenarbeiten.

Das Team dreht einen interaktiven Dokumentarfilm über das Tempelhofer Feld und seine 80-jährige Geschichte. Eva Stotz ist die Autorin und Regisseurin. Schon 2004 filmte sie Planespotter – passionierte Flugzeugbeobachter – am Rande des Felds. Als der Flughafen 2008 geschlossen und für die Bürger geöffnet wurde, war ihr klar, dass es einen neuen Film geben muss.

„Es gibt es großes Redebedürfnis zum Tempelhofer Feld“, sagt sie. All die Ideen rund um das Feld seien schwer zu greifen. In der Storyboxx sollen sie nun zusammengeführt werden. Und in den Dokumentarfilm einfließen. So werden die Anwohner und Besucher zu Co-Autoren des Films. Der soll eine offene Form bekommen wie das Feld selbst, sagt Stotz. Im nächsten Frühjahr soll er online gehen. Und dann Jahr für Jahr um Geschichten erweitert werden.

Die Storyboxx soll zunächst ein halbes Jahr am Rande der Gemeinschaftsgärten stehen. Und dann hoffentlich noch einmal ein halbes Jahr auf der anderen Seite des Feldes. Wer seine Geschichte loswerden will, es aber nicht zum Feld schafft, kann sie unter 030 54907590 erzählen. Wenige Tage später landen sie dann in der blauen Telefonzelle.

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