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Foto: imago/Hohlfeld
Foto: imago/Hohlfeld

Panzernashornmama Betty und siebtes Baby.

Tierpark Berlin Neues Nashornbaby im Tierpark Berlin

Miriam Dahlinger

Mehr als 15 Monate musste Panzernashorn Betty warten, am vergangenen Mittwoch war es dann endlich soweit: Die 23-jährige Nashornmutter brachte im Tierpark Berlin ein noch namenloses Babynashorn zur Welt. Im Gegensatz zur Schwangerschaft verlief die Geburt schnell: Der kleine Bulle kam in nur 20 Minuten zur Welt und wagte wenig später schon die ersten Gehversuche. Ungefähr 50 Kilogramm bringt das Nashornbaby auf die Waage – und trinkt täglich etwa 25 Liter Muttermilch, was etwa der Hälfte seines Körpergewichts entspricht.

Am Donnerstag wollte ihm Mama Betty das Außengehege zeigen. Die Betonung liegt auf wollen, denn das Neugeborene lässt sich zunächst noch bitten. Immer wieder läuft die Mutter voraus, bleibt stehen, guckt sich um: „Ach herrje, Kind vergessen“, kommentiert Mario Hammerschmidt, der leitende Tierpfleger des Dickhäuterhauses, das Geschehen. Wie schnell sich ein Nashornbaby nach draußen wage, hänge vom Entdeckergeist des Jungtieres ab, sagt er.

Panzernashorn Betty wird schon zum siebten Mal Mutter

Ewa eine halbe Stunde später hat Betty ihr Junges überzeugt: das kleine Nashörnchen tappt ins Freie. Sehr zur Freude der umstehenden Besucher. Unter ihnen sind auch zwei Rentnerinnen aus der Nachbarschaft des Tierparks in Friedrichsfelde. Die Beiden kommen vier bis fünf Mal die Woche in den Park und haben nicht zum ersten Mal eine Schwangerschaft von Nashorn Betty miterlebt. Immerhin sei die Nashornkuh mittlerweile schon zum siebten Mal Mutter geworden. Auch die 38-jährige Anja Görkner und ihre fünfjährige Tochter sind häufige Besucher. „Schau mal, wie süß!“, sagt Görkner zu ihrer Tochter und zeigt auf das Junge, das Mama Betty beim Suhlen im Schlamm zuschaut.

"Nashornbabys sind ganz speziell süß"

Auch für Pfleger Hammerschmidt sind Geburten nach wie vor ein Highlight seines Jobs. Zwar arbeitet er schon seit 20 Jahren als Tierpfleger im Dickhäuterhaus, trotzdem sei eine Geburt immer etwas besonderes. „Nashornbabys sind irgendwie ganz speziell süß. Ich war wieder richtig aufgeregt“, erzählt Hammerschmidt. Dass das Kleine ein Bulle werde, habe er schon geahnt. „Immer wenn Betty lange getragen hat, war's ein Junge“ erklärt er.

Nashornbabys kommen ohne Horn zur Welt

Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft Panzernashörner als gefährdet ein. Etwa 3500 von ihnen leben im Nordosten Indiens und Teilen Nepals. Im Berliner Tierpark gibt es nun drei Panzernashörner: Papa Belur, Mama Betty und der noch namenlose kleine Nashornjunge. Wie bei Nashörnern üblich, ist Belur nicht bei der Aufzucht des Jungtiers involviert. Und ein richtiges Nashorn ist das Kleine strenggenommen nur dem Namen nach: Um die Mutter bei der Geburt nicht zu verletzen, kommen Panzernashörner ohne Horn zur Welt.

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