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Foto: promo
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Die Schauspielerin Hannelore Elsner.

Nach schwerer Krankheit Hannelore Elsner ist tot

Die Schauspielerin Hannelore Elsner ist tot. Das teilte der Anwalt der Familie, Matthias Prinz, am Dienstag in Hamburg mit. Sie starb am Ostersonntag nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 76 Jahren. "Als Anwälte der Familie von Hannelore Elsner haben wir die traurige Pflicht, der Öffentlichkeit mitzuteilen, dass Hannelore Elsner überraschend schwer erkrankt und am Ostersonntag friedlich eingeschlafen ist", erklärte Prinz. Zu weiteren Details werde aus Respekt vor der Privatsphäre der Familie keine Stellung genommen.

Die Film-Branche reagierte bestürzt auf den Tod der großen deutschen Schauspielerin. "Für mich war Hannelore Elsner eine große Abenteuerin, die sich mit Neugier, Hingabe und Tapferkeit in jede Rolle und in ihr Leben gestürzt hat", sagte die Autorin und Regisseurin Doris Dörrie. "Ich werde sie sehr vermissen."

Auch der Vorstandsvorsitzende von Constantin Film lobte die Leistung der Schauspielerin. "Hannelore Elsner hat die deutsche Kino- und Fernsehwelt geprägt wie keine andere", teilte er am Dienstag in einer Pressemitteilung mit. "Der deutsche Film ist nun ärmer. Wir verneigen uns vor der Leistung dieser großen Schauspielerin. Wir verlieren eine Freundin. Unsere Gedanken und Gebete sind bei ihren Angehörigen."

Die Schauspielerin galt als eine der großen Diven des deutschen Nachkriegsfilms. Sie war in mehr als 200 Fernseh- und Kino-Rollen zu sehen. Ihr fortgeschrittenes Alter galt nie als Maßstab für Elsner. Sie arbeitete unermüdlich, Jahr für Jahr erschienen gleich mehrere Produktionen mit ihr. Zuletzt war sie im Film "Kirschblüten & Dämonen" zu sehen.

Die Tochter eines Ingenieurs kam im bayerischen Burghausen nahe der österreichischen Grenze am 26. Juli 1942 zur Welt. Später wuchs sie im nahen Neuötting auf. Zwei Ereignisse zerstörten ihre heile Kinderwelt: Zuerst wurde ihr heiß geliebter älterer Bruder gegen Kriegsende bei einem Angriff von Tieffliegern getötet, einige Jahre später starb ihr Vater an Tuberkulose.

Unstete Jugend in Bayern

Elsners Jugend verlief in der Folge unstet. Der Reihe nach flog sie von ihren Schulen. Dann zog die Mutter mit ihr nach München. Fraglich ist, was wohl aus der Schulabbrecherin geworden wäre, wenn es nicht diese eine Begegnung gegeben hätte: Ein Regisseur sah sie mit 15 Jahren auf der Straße laufen und verschaffte ihr eine Schauspielausbildung.

In deren Zuge bekam sie schon als Teenager die ersten Filmrollen. "Immer die Mädchen" mit Hans-Joachim Kulenkampff war 1959 ihr erster Film. Bald fand Elsner Dauerbeschäftigung in Film und Fernsehen, oft in seichten Produktionen. Aber sie spielte auch schon jung in Filmen, die heute Klassiker sind. "Die endlose Nacht" von Will Tremper aus dem Jahr 1963 gehört etwa dazu, Elsners Lieblingsfilm.

Am Theater schärfte sie parallel ihre schauspielerische Begabung. Ihr zweiter Ehemann Alf Brustellin - in den 60er Jahren war sie auch kurz mit Schauspieler Gerd Vespermann verheiratet gewesen - besetzte sie ab den 70er Jahren auch in anspruchsvolleren Filmen.

Lebenskunst und Schauspielkunst

Doch mindestens so interessant wie ihre Darstellerinnenkunst wurde für das Publikum ihre Lebenskunst. Aus einer kurzen Liaison mit Regisseur Dieter Wedel ging 1981 ihr einziges Kind, Sohn Dominik, hervor. Den vor einigen Jahren ebenfalls überraschend verstorbenen Produzenten Bernd Eichinger fand sie als Partner "den besten", es folgten noch eine Ehe mit Verlagsleiter Uwe Carstensen und viele weitere Beziehungen.

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Dass Elsner bis zu ihrem Tod als einer der großen deutschen Stars galt, verdankt sie aber ihrem Spätwerk. Ab 1994 spielte sie in der ARD-Serie "Die Kommissarin" als Lea Sommer in 66 Folgen die erste deutsche Fernsehkommissarin

Noch erfolgreicher wurde ihr Kinocomeback. Für die Hauptrolle in "Die Unberührbare" bekam sie 2000 die Lola als beste Hauptdarstellerin. Den Deutschen Filmpreis gewann sie 2003 mit "Mein letzter Film".

Große Publikumserfolge wurden 2005 "Alles auf Zucker" und 2008 "Kirschblüten Hanami". 2014 spielte Elsner in "Besondere Schwere der Schuld" in dessen vorletzten Film mit dem inzwischen verstorbenen Götz George.
Doch nun zu ihrem Tod erinnern sich die Menschen an eine "großartige Künstlerin und Persönlichkeit", wie etwa Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer ersten Reaktion erklärte. (Tsp, AFP, dpa)

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In einem großen Interview sprach Hannelore Elsner 2011 mit dem Tagesspiegel über schwarzen Lidstrich, Schönheit, Ekstase und die Lust am Altern.

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