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Begierde des Objektivs. Fernsehen und Fußball sind fest miteinander verbunden. Der Fan ist Dritter im Bunde, vorausgesetzt, er bezahlt.

Bundesliga und Champions League 860 Euro Eintrittsgeld für Fußball im Fernsehen

Stadion oder Fernseher? Die Frage stellt sich für die Fußballfans schon an diesem Freitag verschärft, wenn die zweite Liga mit dem Spitzenspiel HSV gegen Holstein Kiel in ihre neue Saison startet. Am 24. August folgt die erste Liga, dann kommen Pokal und Champions League. Jedes Spiel der vier Klubwettbewerbe wird live übertragen, nicht von einem Sender, nicht auf einer Plattform.

Die Verteilung der TV-Rechte ist komplizierter denn je und wer sich über die gesamte Saison 2018/19 eine Komplettversorgung ins Haus holen will, der muss mit Kosten von etwa 860 Euro kalkulieren. Das hat das Vergleichsportal Verivox ausgerechnet.

Schon bei der ersten Bundesliga muss der Fan für alle Spiele live zwei Verträge abschließen, und zwar bei Sky und bei Eurosport. Sky überträgt alle Samstagspartien und die zwei späteren Sonntagsspiele. Eurosport zeigt die Begegnungen am Freitag und Montag sowie das Sonntagsspiel um 13 Uhr 30. Das Bundesliga-Paket von Sky kostet 39,99 Euro im Monat (Einmalkosten nicht eingerechnet), es deckt die meisten Live-Spiele der Bundesliga und sämtliche Partien der zweiten Spielklasse ab. Das Streamingangebot von Eurosport ist monatlich ab 4,16 Euro zu haben.

Kalkuliert man über ein komplettes Jahr, dann müssen für alle Live-Übertragungen der beiden Bundesligen 640 Euro veranschlagt werden.

Drei Bundesliga-Spiele im Free-TV

Die Chance auf Bundesliga im Free-TV beläuft sich auf ganze drei Spiele. Das ZDF zeigt die Eröffnungsspiele der Hinrunde – am 24. August ist es die Partie von Bayern München gegen die TSV Hoffenheim – und der Rückrunde sowie eine Partie des letzten Spieltages. Zusammenfassungen laufen wie bisher in der ARD-„Sportschau“ und in den ARD-Dritten, im „Aktuellen Sportstudio“ des ZDF, bei RTL Nitro und bei Sport 1. Wer will, der kann den monatlichen Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro für die öffentlich-rechtlichen Angebote noch dazu addieren.

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Beim DFB-Pokal gibt es eine Mischung aus Pay- und Free-TV. Alle 63 Partien überträgt nur Sky live. Der Empfang ist nicht im Bundesliga-Paket inkludiert, das Sport-Paket muss extra dazu abonniert werden. Als Zubuchoption zum Bundesliga-Paket werden – bei einem 24-Monate-Abo – monatlich zehn Euro oder 120 Euro im Jahr fällig. Bei der Finalrunde des Pokalwettbewerbs kommt die ARD ins Spiel: Vom Achtelfinale an überträgt das Erste ein bis zwei Partien, das Endspiel läuft traditionell im öffentlich-rechtlichen Free-TV (und auch beim Pay-TV Sky).

Den größten Einschnitt bei Rechten und Live-Übertragungen gibt es bei der Champions League. Die Königsklasse wird exklusiv im Pay-TV zu sehen sein. Das ZDF hat von der Spielzeit 2018/19 keine Rechte mehr, jetzt konkurriert „Platzhirsch“ Sky mit dem Streamingdienst Dazn. Der verlangt pro Monat 9,99 Euro, der Nutzer muss kein Abo abschließen und kann monatlich kündigen. Für die sich üblicherweise über zehn Monate erstreckende Fußballsaison sind dann 99,90 Euro zu bezahlen.

Champions League verteilt sich auf Dazn und Sky

Der Verteilungsmodus für die Übertragungsrechte zwischen Sky und Dazn ist weiterhin eine Wissenschaft für sich. Klar zu sein scheint, dass das Schwergewicht von Begegnungen mit deutscher Beteiligung bei Sky liegen wird. Der Sender verfügt über ein Erstwahlrecht für die meisten Spieltage und hat mehr als 30 Partien im Angebot, dazu kommen die Konferenzen für die Parallelspiele. Wie beim Pokal muss für die Champions League das Sky-Sportpaket dazugebucht werden. Dazn streamt insgesamt drei Mal so viele Spiele der Königsklasse wie Sky. Verschärfte Bedingungen: Die Königsklasse gibt es live nur bei Bezahlangeboten und keine Free-TV-Zusammenfassungen.

Bleibt noch die Europa League. Dazn streamt alle Spiele live, ein weiteres Abo ist dafür nicht notwendig. 15 Partien der Europa League laufen im Free-TV und zwar bei RTL-Sendern.

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Macht dann bitte 860 Euro. Alternativen? In die Kneipe gehen, sich zu Freunden mit Rundumversorgung einladen, Tages-, Wochen- oder Monatstickets bei Sky kaufen, Werbeangebote nutzen, Radioübertragungen bei den ARD-Sendern oder bei Amazon Prime einschalten. Oder aber ins Stadion gehen.

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