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Foto: Li Muzi/Xinhuadpa
Foto: Li Muzi/Xinhuadpa

Antonio Guterres, UN-Generalsekretär, bei seiner Rede im UN-Hauptquartier.

António Guterres UN-Generalsekretär sieht Welt durch Klimawandel am Abgrund

Nora Zaremba

UN-Generalsekretär António Guterres hat der Staatengemeinschaft einen zeitlichen Rahmen für ein Handeln gegen den Klimawandel gesetzt. „Wenn wir den Kurs bis 2020 nicht ändern, riskieren wir, den Punkt zu verpassen, an dem wir ausweichen können“, sagte Guterres in New York. Der Klimawandel werde katastrophale Folgen für Menschen und Natur haben. Es sei höchste Zeit, beim Klimaschutz „die Lähmung zu überwinden.“ Die Klimakrise sei längst auf der ganzen Welt spürbar, sagte der UN-Generalsekretär weiter: Hitzerekorde, Überschwemmungen, Wirbelstürme. „Was das besonders dramatisch macht, ist der Umstand, dass wir Bescheid wissen. Wissenschaftler haben uns gewarnt.“ Die Konzentration des klimaschädlichen Kohlendioxids (CO2) in der Atmosphäre sei so hoch wie noch nie.

Ein Gefühl für die Dringlichkeit fehle

Im Pariser Klimaabkommen haben sich Staats- und Regierungschefs dazu bekannt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Die USA haben aber angekündigt, das Abkommen zu verlassen. Es fehle ein Gefühl der Dringlichkeit und eine Verpflichtung zu entschiedenem gemeinschaftlichen Handeln beim Klimaschutz, sagte Guterres. Deswegen wolle er auch an die Staats- und Regierungschefs bei der in rund zwei Wochen beginnenden UN-Vollversammlung appellieren. „Ich werde ihnen sagen, dass der Klimawandel die größte Herausforderung unserer Zeit ist.“

UN planen einen eigenen Klimagipfel

Guterres forderte unter anderem die Einführung einer globalen CO2-Bepreisung. Zudem sollten die Industriestaaten Entwicklungsländer mit jährlich 100 Milliarden Dollar im Kampf gegen den Klimawandel unterstützen. Für September 2019 kündigte Guterres einen eigenen Klimagipfel an. Eine große Chance, die richtigen Weichen zu stellen, sei bereits die Weltklimakonferenz im polnischen Kattowitz am Ende des Jahres. „Wir haben unser Schicksal in der Hand.“

Derweil kündigt sich in der EU ein Streit über eine schärfere CO2-Regulierung der Autoindustrie an. Das Europaparlament will Hersteller dazu zwingen, den Spritverbrauch von Neufahrzeugen drastisch zu senken. Der Kraftstoffverbrauch von neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen, gemessen am Ausstoß von CO2, soll zwischen 2021 und 2030 um 45 Prozent verringert werden. Bis 2025 soll der Kraftstoffverbrauch um 20 Prozent sinken. Die Industrie wies die Forderungen scharf zurück. Sie seien technisch und wirtschaftlich „nicht umsetzbar“.

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