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Foto: Peter Kneffel/dpa
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Das wird eng. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Spitzenkandidat Markus Söder.

Landtagswahl in Bayern CSU rutscht in Umfrage erstmals unter 36 Prozent

Rainer Woratschka

Der Sinkflug der CSU geht weiter. Knappe fünf Wochen vor der Landtagswahl in Bayern sind die Christsozialen bei einer aktuellen Umfrage erstmals unter 36 Prozent gerutscht.

Absturz um zwölf Prozentpunkte?

Nach der repräsentativen Umfrage des Instituts Civey, das für "Spiegel Online" und "Augsburger Allgemeine" sogar Stellen hinter dem Komma zu prognostizieren versucht, kommt die CSU nur noch auf 35,8 Prozent. Das sind rund zwei Prozentpunkte weniger als noch vor zwei Wochen - und es wäre gegenüber der Landtagswahl vor fünf Jahren ein Absturz um knapp zwölf Prozentpunkte.

Die Grünen verbessern sich der Befragung zufolge um 1,4 Punkte, sie blieben mit 16,5 Prozent zweitstärkste Kraft. Ihr folgt die AfD, die – trotz oder auch wegen der Vorkommnisse in Chemnitz - nochmal leicht zulegen kann und 13,7 Prozent erreicht.

Vor allem Probleme mit jungen Wählern

Die SPD rangiert mit 12,1 Prozent zwar deutlich darunter, verbessert sich aber ebenfalls geringfügig. Die Freien Wähler – die, wenn es denn schon sein muss, als Lieblingspartner der Christsozialen gelten – bleiben auf 8,1 Prozent und damit in sicherer Anwartschaft auf den Landtag. Die FDP dagegen muss noch bangen, der Umfrage zufolge kann sie mit 5,8 Prozent wieder ins Parlament zurückkehren. Die Linke dagegen bliebe mit 2,7 Prozent draußen.

Interessant ist zudem, dass die CSU vor allem Probleme mit jungen Wählern hat. Bei den 18-29-Jährigen kommt sie grade mal auf knappe 27 Prozent. Die Grünen sind ihr hier mit 24 Prozent hart an den Fersen. Und auch in den Städten schneiden die Christsozialen deutlich schlechter ab als in ländlichen Regionen.

Für die Sonntagsfrage wurden die Antworten von 5046 Teilnehmern aus Bayern berücksichtigt. Der Befragungszeitraum war vom 30. August bis 9. September.

Fünf Direktmandate könnten diesmal an die Grünen gehen

Hinzu kommen könnte für die CSU aber noch ein weiteres Debakel. Sie könnten diesmal bis zu fünf Direktmandate verlieren - und zwar an die Grünen. Beim letzten Mal fehlte ihnen mit München-Milbertshofen lediglich einer der insgesamt 90 bayerischen Stimmkreise. Diesmal kandidiert dort mit besten Aussichten die Grünen-Spitzenkandidatin Katharina Schulze.

Und laut einer Auswertung der Seite wahlkreisprognose.de, über die der "Münchner Merkur" berichtete, droht der CSU nun auch noch der Verlust von München-Mitte und Schwabing - und Nürnberg-Nord sowie Würzburg-Stadt könnten ebenfalls an die Grünen gehen.

Seehofer spricht nicht mehr von absoluter Mehrheit

Er halte es weiter für möglich „gut und stark abzuschneiden“, sagte CSU-Chef Horst Seehofer vor der Vorstandssitzung seiner Partei am Montag in München. Von der Chance auf eine absolute Mehrheit sprach er nicht mehr. Zuvor hatte er seinen Ministerpräsidenten-Nachfolger damit noch unter Druck zu setzen versucht.

Nach den Worten Söders hängen die schlechten Werte vor allem mit der Bundespolitik zusammen. „Die Dinge, die jetzt im Moment diskutiert werden, haben ja mit Bayern nur sehr wenig zu tun im Grunde genommen“, sagte der CSU-Spitzenkandidat. Es sei nun wichtig, herauszuarbeiten, „dass es bei der Landtagswahl um Bayern geht, nicht nur um Deutschland“.

Stoiber will härteren Kurs gegen AfD

In der Vorstandssitzung riefen Seehofer und Söder die Teilnehmer zu Ruhe und Geschlossenheit auf. Nach Teilnehmerangaben gab es allerdings auch Forderungen, sich noch deutlicher gegen die AfD zu stellen. Sowohl der Ehrenvorsitzende Edmund Stoiber als auch der frühere Parteichef Erwin Huber drängten darauf, den „radikalen Kern“ der Rechtspopulisten härter anzugehen.

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