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Foto: dpa
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Marko Grujic (r.), hier während des Trainings, ist vom FC Liverpool ausgeliehen.

Auf Schalke in der Startelf? Marko Grujic ist Herthas Mann für die Mitte

Ganz gemütlich sah es aus, wie sich die Profis von Hertha BSC am Freitagvormittag die Bälle im Training zuspielten. Die Passstärke glich eher Amateurniveau, es mangelte an Präzision, und einige grobe Ballverluste musste Trainer Pal Dardai obendrein feststellen, begleitet wurde alles von Gelächter und Gejohle der Übenden. Dardai nahm es gelassen, er hatte ein Volleyballturnier zur lockeren Vorbereitung auf das Fußball-Bundesligaspiel beim FC Schalke 04 am Sonntag (18 Uhr, live bei Sky) angesetzt.

Volleyball und Fußball haben vor allem eines gemein: Die Spieler sollten möglichst sauber kombinieren, damit die Angreifer die Bälle am Ende optimal verwerten können. Just daran hat es zuletzt manches Mal beim Berliner Bundesligisten gehapert. Auf der Suche nach einer Lösung des Problems stieß Herthas Manager Michael Preetz auf Marko Grujic, einen 22-jährigen Serben, der vom FC Liverpool ausgeliehen wurde und für Serbiens Nationalteam bei der WM in Russland teilgenommen hatte. Grujic gilt als technisch stark und soll im zentralen Mittelfeld dafür sorgen, dass der Ball sicherer durch Herthas Reihen rollt.

Ähnliche Mentalität wie Ibisevic

Dardai erwägt, den Neuzugang nun gegen Schalke ein erstes Mal unter Wettkampfbedingungen auszuprobieren. „Grujic hat eine ähnliche Mentalität wie Vedad, das sieht man bei jeder seiner Bewegungen. Kann sein, dass er von Beginn an spielt“, sagte der Trainer. Über Kapitän Vedad Ibisevic ist bekannt, dass er den Körper einsetzt und seine Mitspieler auch mal wachrüttelt. Von Grujic, 1,91 Meter groß, wird eine ähnliche Präsenz erwartet. Gepaart mit seiner Kopfball- und Zweikampfstärke könnte der Neue bei Schalke besonders wertvoll sein. Nach dem 1:2 in Wolfsburg dürften die Schalker wohl von Beginn an ordentlich Druck ausüben. Ein Staubsauger-Typ wie Grujic, der die Bälle schon vor der Gefahrenzone an sich zieht, könnte also helfen, die zu erwartenden Angriffe zu brechen. Für Grujic müsste vermutlich Ondrej Duda weichen.

Zu früh kommt das Spiel indes für den lange ausgefallenen Angreifer Davie Selke und den neuen Defensivspieler Derrick Luckassen. Beide ließ Dardai nach dem Volleyballturnier noch ein paar Laufeinheiten absolvieren. Der Trainer weiß: Anders als Volleyballer sind Fußballer vor allem auf fitte Beine angewiesen. Und da haben Selke und Luckassen noch Nachholbedarf.

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