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Foto: Conny Kurth/DVV
Foto: Conny Kurth/DVV

Der lange Arm des Moritz Reichert. Der 23 Jahre alte Außenangreifer soll bei den BR Volleys Nachfolger von Robert Kromm werden.

Neuzugänge der BR Volleys Jan Zimmermann und Moritz Reichert: Zwischen Brasilien und Berlin

Für Moritz Reichert und Jan Zimmermann stehen innerhalb der nächsten drei Tage zwei Höhepunkte an. Mit der deutschen Nationalmannschaft bestreiten sie zwei Länderspiele gegen Brasilien. Den Olympiasieger umgibt auch im Volleyball eine Aura wie die Seleçao im Fußball. Gegen die Brasilianer spielen Reichert, Zimmermann und ihre Teamkollegen zunächst an diesem Freitag in Leipzig (19 Uhr/Livestream auf mdr.de), und dann am Sonntag in Dresden (16 Uhr/live auf sportdeutschland.tv).

Doch während die hochdekorierten Gegner die zwei Partien als letzte Vorbereitung auf die am Montag beginnende WM in Italien und Bulgarien bestreiten, geht die deutsche Nationalmannschaft nach den beiden Duellen auseinander. Das Team des italienischen Bundestrainers Andrea Giani hat die Qualifikation für die WM verpasst. „Darunter leiden wir natürlich“, sagt Zimmermann. „Andererseits können wir uns in den kommenden vier Wochen nun voll auf unsere neue Mannschaft fokussieren.“ Und das ist nun einmal der Deutsche Meister BR Volleys.

Zuspieler Zimmermann, 25, und Außenangreifer Reichert, 23, waren im Sommer die ersten Neuverpflichtungen der Berliner. Nach einigen Monaten, die beide – mit kleinen Unterbrechungen – mit dem Nationalteam verbracht haben, werden sie nun endlich zu den Volleys stoßen – und am Dienstag beim Saisoneröffnungsfest für die Junioren und freiwilligen Helfer im Horst-Korber-Sportzentrum zum ersten Mal im Trikot des Deutschen Meisters trainieren.

Im Kader der Berliner hat sich einiges verändert. In die neue Bundesliga-Saison, die am 13. Oktober beginnt, werden die Volleys mit neuem Trainer, dem Franzosen Cedric Enard, und mit zahlreichen neuen Spielern gehen. Bei diesem Neuanfang sollen Zimmermann und Reichert zentrale Rollen übernehmen – am besten gleich in der komplizierten Startphase. Denn Enard ist als Co-Trainer der französischen Nationalmannschaft bei der WM beschäftigt und viele weitere Neuzugänge der Volleys dürften mit den USA und Frankreich ebenfalls lange bei dem Turnier dabei sein. So bleibt der neuen Berliner Mannschaft nur wenig Zeit, um sich aufeinander einzustellen. Und genau da kommen Zimmermann und Reichert ins Spiel. „An der Abstimmung zwischen uns beiden wird es definitiv nicht scheitern“, sagt Reichert.

Die Vorbereitung der BR Volleys wird durch die WM erschwert

Die zwei Spieler verbindet viel. Auch weil sie schon einige Stationen zusammen bewältigt haben. Ihr erster gemeinsamer Verein war in der Saison 2014/2015 der VfB Friedrichshafen. In dem Team, das Deutscher Meister wurde, waren die jungen Talente Reichert und Zimmermann jedoch nur Ergänzungsspieler. Deshalb wechselten beide in der folgenden Saison zum Aufsteiger United Volleys Rhein-Main. Dort entwickelten sich beide sehr gut weiter und gehörten auf ihren Positionen zu den Besten der Bundesliga. Nach zwei erfolgreichen Jahren in Frankfurt zog es die zwei Freunde nach Frankreich, zwar zu verschiedenen Klubs – Reichert ging zu Tours VB, Zimmermann zu Stade Poitiers, aber auch nur 100 Kilometer auseinander. So dass sie sich noch regelmäßig treffen konnten. Auch in Frankreich überzeugten beide. Reichert wurde mit Tours unter dem neuen Volleys-Trainer Enard Meister, und Zimmermann war unumstrittener Stammspieler.

„Jetzt sind wir wieder richtig zusammen“, sagt Zimmermann über den gemeinsamen Wechsel nach Berlin. Doch das war nicht der Hauptgrund für die Rückkehr nach Deutschland. „Ich bin gerne dabei, wenn die Volleys ein neues Gesicht bekommen“, sagt Reichert. Nach dem Karriereende von Robert Kromm und dem Abgang von Paul Carroll sollen er und Zimmermann deren Nachfolger werden. „Das sind große Fußstapfen, aber wir wollen das nutzen“, betont Zimmermann. „Der Umbruch in Berlin ist eine riesige Chance für uns.“

Die Bezeichnung „neuer Kromm“ mag Reichert dabei zwar nicht besonders. „Ich bin ein anderer Spielertyp. Es ist aber ein großer Ansporn, die Volleys so positiv zu vertreten wie Robert.“ Dass die beiden Nationalspieler die Rollen von Kromm und Carroll als Identifikationsfiguren ausfüllen können, traut sich auch Zimmermann zu: „Wir haben schon in Frankfurt etwas Neues mitgestaltet.“ Und vielleicht fließen in die neuen Volleys dann ja auch ein paar positive brasilianische Einflüsse ein.

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