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Foto: Olaf Heine
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Christian Lorenz hat als kleiner Junge die Dead Kennedys gehört. "Hauptsache, meine Eltern fanden das blöd", sagt er.

Rammstein-Keyboarder Christian "Flake" Lorenz "Das Böse hat eine absolute Energie"

Sie spielen in der international erfolgreichsten deutschen Band. In den beiden Büchern, die Sie über Ihr Leben geschrieben haben, wirkt es so, als sei ein Kleinfüßiger zufällig in sehr großen Schuhen gelandet. Ein Amateur, der gar nicht weiß, was er da macht.

Ich bin zwar ein Amateur, aber ich weiß, was ich da mache. Ich kann das spielen, was ich für notwendig erachte. Das ist wahrscheinlich deutlich weniger, als viele Leute von einem echten Keyboarder erwarten würden. Aber für gute Musik muss man kein Virtuose sein. Dass ich bei Rammstein gelandet bin, ist ein folgerichtiges Ergebnis meines Lebens, würde ich sagen.

Sie wirken wie ein Gegenentwurf zur Rammstein-Musik: eher lustig und bescheiden. Glauben Sie, dass irgendeiner der vielen tausend Mexikaner oder Russen, die bei Konzerten die Feuershow und den harten Klang bewundern, eine Ahnung davon hat, wie Sie so drauf sind?

Man soll die Fans nicht unterschätzen. Wer sich für unsere Musik interessiert, verfolgt doch, was wir tun.

Aber keiner spielt so wie Sie mit den Missverständnissen. Dieses Martialische, absurd Sexualisierte …

Ach, es gab so viele Bands, die viel provokanter als wir waren. Die Rolling Stones haben in ihrer Zeit doch wesentlich verrücktere Sachen gemacht als wir heute. Klar, die hatten es leichter, zu schockieren. Aber vom Inhalt her ist es doch eigentlich dasselbe.

Kann es nicht sein, dass es den Stones etwas mehr um die Musik ging und Rammstein mehr um die Provokation?

Das glaube ich nicht. Ich finde nur, wenn man was macht, dann soll man’s richtig machen. Wenn ich eine Band sehe, die auf der Bühne eine kleine Gasfontaine im Hintergrund anzündet, wo’s gar nicht warm wird, frag ich mich: Was soll denn das? Man kann doch auch richtig Feuer machen. Wenn die Luft brennt, im wahrsten Sinn des Wortes, dann ist das großartig. Eine heiße, böse Kraft.

Aber warum muss es denn böse sein?

Weil böse nicht schlecht sein muss. Böse ist nur stärker. Alle kennen es. Das Böse hat eine absolute Energie, die das Schöne nicht so hat. Schön ist nicht fassbar.

Wenn die Massen im Takt klatschen, dann ist das was Böses.

Das ist was Perverses! Wie im Kessel Buntes!

Genau! Die große Musikshow im Ostfernsehen, die Hölle. Im Rammstein-Lied „Ich will“ geht es um diese Perversion. Und im Konzert klatscht das Publikum genau dazu wie wild im Marschtakt. Wie geht’s einem denn, wenn man das von der Bühne aus sieht?

Ach, die Leute freuen sich ganz doll, wenn sie das Lied, das sie kennen, mal live hören. Die wissen, dass es um Verführbarkeit geht.

Aber keiner, der da mitgeht, tut das ironisch.

Nicht ironisch, aber reflektiert. Die Leute hören das Lied ja nicht zum ersten Mal. Sowieso: Was da im Konzert passiert, ist für mich als Musiker der unwichtigere Teil. Wichtig ist, wenn die Musik die Leute in ihren Herzen packt, wie Musik mich früher gepackt hat. Wenn sie das Leben eines Jugendlichen verändert. So ging’s mir, als ich die Stones gehört habe oder die Sex Pistols. Davor war ich ein Kind, danach ein Erwachsener. Und ich dachte, alle, die diese Musik hören, sind meine Freunde. Darum geht’s. Wir erreichen die Leute, und die freuen sich miteinander.

Und klatschen instinktiv im Takt.

Das soll ein Instinkt sein? Im Takt zu klatschen?

Aber klar. Die Befreiung, nicht mehr man selbst zu sein, sondern eine selbstlose Gemeinschaft. Das ist ja das Furchtbare.

Wer das will, soll Yoga machen. Wenn ich zu einem Konzert gehe, will ich nicht mitklatschen. Da stehe ich am Rand und will die Musik hören.

Foto: Guido Karp

Fan-Jubel. Die Band Rammstein im New Yorker Madison Square Garden.

Foto: Guido Karp

Fan-Jubel. Die Band Rammstein im New Yorker Madison Square Garden.

Wie sind Sie eigentlich zu Rammstein gekommen?

Ich bin nach der Wende wie alle anderen Ost-Musiker rumgeirrt, hatte eine ABM-Stelle und bin durch die Übungsräume gerannt, um zu gucken, was sie da so tun. Dann luden mich die Leute von Rammstein zur Probe ein, zwei kannten mich noch aus alten Punkbandzeiten, und sie dachten wohl, ich bin gut für die Band. Aber vor allem: Ich hatte einen Sampler, einen Akai S900. Und dann war da sofort eine gewaltige Energie, die ich nie zuvor gespürt hatte.

Was für Texte waren das damals?

Am Anfang noch englische. „Weißes Fleisch“ hieß noch „White Flesh“. Ich mit meinem schlechten Englisch glaubte, das heißt „Weißer Blitz“ und dachte, es ginge um den Atomschlag. Ich fand das total cool.

Hatte die Band einen Plan? Provokation? Feuerwerk?

Überhaupt nicht. Wir wussten nur, was wir nicht wollten: Amerikaner nachmachen, uns beim Publikum anbiedern und rufen: „Seid Ihr gut drauf?! Hallo Magdeburg!“ Oder lange Soli, so ein Musikergewichse.

Obwohl der ein oder andere von Ihnen schon zu einem Solo imstande wäre.

Natürlich. Aber gute Musik zu machen heißt ja nicht, viele Töne zu spielen. Gut ist nicht kompliziert. In der Reduzierung liegt der Reiz.

Rammstein wird oft vorgeworfen, keine originelle Musik zu machen. Marschartiger, schwerer Sound, Klangwände, rollendes R.

Standpunktfrage. Für meine Oma waren auch die Beatles und die Stones dasselbe, Hottentottenmusik. Wenn’s mal monoton ist, dann ist die hypnotische Wirkung ja beabsichtigt. Im Übrigen ist das alles viel schwieriger, als es aussieht. Jeder Break, jede Geschwindigkeit ist extrem sorgfältig abgestimmt.

Genau das Gegenteil von dem, was Sie in den Achtzigern im Osten gemacht haben. Ihre Band damals, „Feeling B“ …

… das war Punk. Da kam keiner so richtig mit, nicht mal wir selbst. Unser Sänger konnte überhaupt nicht den Takt halten, und darauf mussten wir Musiker dann reagieren. Das hat oft überhaupt nicht funktioniert. Aber lustig war’s immer.

Und nicht gerade unauffällig. Ist doch ein Ding, dass das in der DDR möglich war, oder?

Wir hatten ein Riesenglück. Die Punkbands vor uns sind ja noch abgewandert. Die kamen ins Gefängnis oder mussten zur Armee. Aber wenn es für uns so gefährlich gewesen wäre, hätte ich da wahrscheinlich nicht mitgespielt. Ich kann mir auch nicht vorstellen, was ich gemacht hätte, wenn sie mich gefragt hätten, ob ich bei der Stasi mitmache.

War denn jemand von „Feeling B“ dabei?

Na klar, aber ich werfe das niemandem vor. Zumal die IMs vielen Bands ihr Leben erst ermöglicht haben. Die Stasi konnte ja nicht ihre eigenen Leute einsperren.

Foto: Kai Horstmann

Auf der Bühne ist der Teufel los. Flake und Schlagzeuger Christoph Schneider während einer Live-Show in Berlin

Foto: Kai Horstmann

Auf der Bühne ist der Teufel los. Flake und Schlagzeuger Christoph Schneider während einer Live-Show in Berlin

Mit Paul Landers, der jetzt bei Rammstein Gitarre spielt, hatten Sie eine Zeit lang eine Band mit dem schönen Namen „Magdalene Keibel Combo“. In der Magdalenenstraße saß die Stasi, in der Keibelstraße die Volkspolizei. Nicht mal da gab es Ärger.

Wir haben uns gefreut, wie subversiv wir waren, und dann haben uns die Veranstalter immer gefragt, wo denn jetzt unsere Sängerin ist, die Magdalena? Außerdem waren wir mit so vielen IMs befreundet, und von denen hat uns keiner schlechtgemacht.

Das wissen Sie aus Ihrer Stasi-Akte?

Ja. Die Leute haben so liebe Sachen über mich erzählt, dass ich ganz gerührt war. Selbst der ABV …

… der Abschnittsbevollmächtigte der Volkspolizei ...

... der hat berichtet, dass ich ein ganz freundlicher Mann bin und immer saubere Sachen anhabe. Dabei sah ich aus wie der letzte Schmuddel-Punk.

Glück gehabt.

So isses. Auch bei der Sache mit der Armee. Ich habe mit 16 gesagt, dass ich da auf keinen Fall hingehen werde. Was natürlich blöd war, weil sie mich jetzt kein Abitur mehr machen lassen konnten. Aber ich war Punk. Da dachte ich, das macht man so und wollte mal fünf Minuten lang cool sein. Und jetzt waren mir alle anderen Wege verbaut – ich wollte ja eigentlich Arzt werden. So wurde ich Musiker und war locker genug für „Feeling B“.

Sind Sie stolz auf Ihre Ost-Biografie?

Nö. Fürs Aufwachsen musste ich ja nicht mehr tun als atmen und essen. Ich kann nur sagen, dass es für mich eine unglaublich schöne Zeit war.

Keine Sehnsucht nach dem Westen, niemals?

Der war so weit entfernt, dass der uns gar nicht wie eine echte Welt erschien. Ich weiß, ich kann nicht zum Mond fliegen, also interessiert‘s mich auch nicht. Erst als ich mitbekam, dass Leute dahin abgehauen sind, wurde mir klar, dass es ein echtes Land da drüben gibt. Dann war’s wie ein kleines Hintertürchen: Wenn irgendwas im Osten richtig schiefgeht, hau ich auch dahin ab. Wie so ein Paradies: Da gibt es eine Welt, wo das Gras wirklich grün ist und wo sie im Mercedes rumfahren und nicht im Trabbi.

Also doch eine Sehnsucht.

Eigentlich nicht. Unser Sänger von „Feeling B“, Aljoscha Rompe, der durfte rüberfahren, weil er Halbschweizer war. Er hat zu uns gesagt: Ihr denkt, die Leute im Osten sind bekloppt. Drüben sind sie noch hundertmal bekloppter und verspießerter, mit ihren Zäunen und asphaltierten Wegen. Die Leute im Westen, hat er gesagt, sind degeneriert und blöde.

Und 1990 wurden Sie selbst Westler.

Dagegen habe ich mich lange gewehrt. Ich habe meinen Ausweis weggeschmissen. Aber das ist ein Kampf gegen Windmühlen. Völlig unnütz. Wenn ich jetzt ins östliche Ausland fahre, weiß ich, dass ich die Seiten gewechselt habe. In Budapest laufe ich durch die Straßen und rieche die Kohleöfen. Dann fühle ich mich wie damals, zu Hause.

Foto: pa/Gregor Fischer/dpa

Lorenz 2017 bei der Verleihung des Preises für Popkultur des "Vereins zur Förderung der Popkultur" im Tempodrom.

Foto: pa/Gregor Fischer/dpa

Lorenz 2017 bei der Verleihung des Preises für Popkultur des "Vereins zur Förderung der Popkultur" im Tempodrom.

Sie haben die DDR mal Spielzeugland genannt.

Und da werde ich als Ostalgiker beschimpft, weil ich die Dinge so verharmlose. Für Leute, die sich offen gegen das DDR-System gestellt haben und in den Knast kamen, war das bestimmt kein Spielzeugland. Ich meine damit eher, dass in diesem Land Sachen passierten, die für den Lauf der Welt völlig egal waren, eben wie ein Spiel. Wir haben es mit ganz kleinen Tricks geschafft, ein wunderbares Leben zu führen und das System weitgehend zu ignorieren. Wir haben uns freundlich und unauffällig bewegt und so eine Freiheit genossen, die es im Westen schon aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht gibt.

Das ist längst nicht mehr Ihr Problem. Sie haben doch eigentlich genug Geld verdient.

Inzwischen ist es für mich fast wieder wie im Osten. Da wusste ich auch, dass immer für mich gesorgt sein wird. Ich muss nicht nebenbei arbeiten gehen, sondern kann das tun, was ich gut kann und was mir Spaß macht. Man muss ja nicht arm sein, um gute Kunst zu machen.

Dafür müssen Sie jetzt höllisch aufpassen, sich beim Konzert nicht zu verbrennen.

Besonders, wenn wir Open Air spielen. Da haben wir inzwischen kleine Fähnchen aufgestellt, um zu sehen, woher der Wind kommt, der dann die Flammen hin und her bläst. Wenn du einen halben Meter zu weit links stehst, wird es warm.

Ihre Haare waren ja mal lang.

Die sind zuletzt bei einer Probe in Leipzig abgebrannt. Die schlimmeren Sachen passieren auf den Proben. Da machen wir viele Sachen zum ersten Mal. Es gibt doch die Nummer, wo ich im Kochtopf stecke und unser Sänger mich mit dem Flammenwerfer brät. Wir haben das mal einen ganzen Vormittag lang geprobt. Kochtopftag. Als ich aussteigen wollte, habe ich auf den Rand gefasst, wo das Metall noch fast geglüht hat. Ich bin dann ohne Fingerkuppen auf die Tour gefahren, dafür mit Brandblasen und barbarischen Schmerzen.

Kommen Ihre Feuerspielchen überall gut an?

Fast. Als Till mal auf einer Tour am ganzen Körper gebrannt hat, zwei Minuten lang, das war vielleicht ein bisschen zu hart. Er hat sich fallen lassen und die Bühnenarbeiter haben ihn mit Feuerlöschern gelöscht. Wir fanden das lustig, aber die Leute dachten, das sei ein echter Unfall, und danach kam die Stimmung im Konzert nicht mehr hoch. Das haben wir auf der Tour dann nicht mehr so gemacht.

Schwierig wurde es auch mal mit dem Ejakulat. Beim Lied „Bück Dich“ holt der Sänger einen Gummipimmel aus der Hose und versprüht eine milchige Flüssigkeit erst über Ihren nackten Hintern und dann übers Publikum. Früher war das Milch.

Und die ist immer mal schlecht geworden. Deshalb nehmen wir jetzt Pernot. Mit Wasser gemischt, sieht der perfekt aus, wirkt desinfizierend, und das Publikum freut sich, weil’s schmeckt. Zu meinem Erschrecken stehen da oft ältere Leute vor der Bühne und schöne Mädchen, lauter kultivierte Leute, die ihre Münder aufreißen, wenn Till sie anpullert. Scheint ein verstecktes Bedürfnis zu sein, das sie da ganz kultiviert ausleben.

Rammstein huldigt ja einem eher grotesken Männlichkeitsbild, harte, schmutzige Muskeltypen. Sie sind nicht ganz so gestählt. Schon mal überlegt, wie die anderen in die Muckibude zu gehen?

Der Gedanke ist so absurd. Das wäre nur lächerlich.

Aggression und Wut spielen bei Rammstein eine Rolle. Ihr Thema scheint das nicht so zu sein.

Ich mach die Musik ja nicht für mich, sondern für die Jugendlichen, die so etwas brauchen. Denen geht’s gut, wenn sie was Heftiges, Wütendes hören.

Jetzt klingen Sie wie ein Redakteur vom Kinderkanal.

Mir doch egal. Als ich klein war, hab ich die Dead Kennedys gehört. Hauptsache, meine Eltern fanden das blöd.

Wie war das denn, als Ihre Eltern zum ersten Mal zu Ihren Konzerten kamen?

Elternbesuch ist immer ein Albtraum, für jeden von uns. Wir machen keine Musik für Eltern.

Doch. Inzwischen schon.

Aber nicht für unsere eigenen. Zugegeben, ich fand es natürlich gut, als meine Eltern mal gesehen haben, dass ich einen ernsthaften Beruf ausübe und nicht der Assi geworden bin, wie man es hätte vermuten müssen bei meinem Lebenswandel. Dass sie mal mitkriegen konnten, dass da Leute anstehen, die uns sehen wollen.

Und hat Ihre Mutter Ihnen auf die Schulter geklopft?

Ach was. Diese Generation geht mit Lob nicht so um wie die Eltern heute, die in Freudentänze ausbrechen, wenn ihr Kind mal den Fuß ins Wasser steckt: Du kannst schwimmen!

Und Ihr Vater?

Ich glaube, er ist immer noch ein bisschen enttäuscht, dass ich meine Werkzeugmacherkarriere nicht weiterverfolgt habe.

Sie sind längst selbst Vater. Wie ist es, wenn die eigenen Kinder zum Konzert kommen und sehen, was für komische Sachen Papa da macht?

Für Rammstein interessieren sie sich nicht die Bohne. Sie stehen auf völlig andere Musik. Ich wäre auch nicht zu meinem Vater ins Konzert gegangen.

Im Ausland spielt Ihre Band eine ganz andere Rolle als hier. Da sind Sie die Urdeutschen, bisschen fürchterlich, hart, technisch.

Ich hab’ mein Leben lang Bands aus anderen Ländern gehört – auch weil ich die Texte von denen nicht verstand. Die Stones, was die für einen Blödsinn singen! Die Stimmen waren einfach die Stimmen. Ich denke, so geht es denen im Ausland auch. Wenn die Franzosen eine deutsche Band hören, sagen sie: Mensch, endlich mal was anderes.

Was total Deutsches!

Quatsch. Für die Jugendlichen ist Deutschland längst kein Land der Marschierenden mehr. Das ist für die das Technoland, wo die Schwulen über den Alexanderplatz schlendern, und wo die Loveparade stattfindet. Nur die Deutschen selbst fragen sich immer: Darf man das? Im Ausland sagen sie: Da ist ’ne Band, da brennt es auf der Bühne, da ist der Teufel los, da müssen wir hin.

Sie haben geschrieben: „Eigentlich dürfte ich mit meiner Einstellung keine dolle Rockmusik machen.“

Ich bin mehr der Typ für leise Töne, für liebevollen Umgang, für Früh-ins-Bett-Gehen. Gut möglich, dass es ziemlich viele Menschen gibt, die mehr Ambition hätten, in so einer Band zu spielen als ich. Dieser ganze Rock-’n’-Roller-Kram: In der Vorstellung ist da vieles schöner als in der Wirklichkeit. Aber das betrifft ja fast alles im Leben. Ob das der erste Sex ist oder der Geburtstag, auf den man sich so lange freut. Dann ist er da und man sagt: So toll is’ ooch wieder nich’.

Wie fühlt es sich denn an, als Weltstar im kleinen Flugzeug von Stadt zu Stadt zu fliegen und vor Tausenden im Beifall unterzugehen?

Wie jeden Tag Geburtstag. Aber ein Geburtstag ist ja geil, weil man ihn nur einmal im Jahr hat. Alles andere ist normal. Und normal ist normal.

Keine Vorfreude auf eine nächste Tour?

Aber natürlich. Weil ich die Normalität ja liebe. Das Gute daran ist aber nicht das Flugzeug oder der Riesenbeifall. Gut ist es, wenn man backstage sitzt, sich einen gemütlichen Kaffee kocht und dann kommen die anderen dazu und man schwatzt ein wenig. Oder in Bologna mit der Band in eine Assikneipe gehen, Spaghetti Bolognese bestellen und danach ins Hotel und Mittagsschlaf machen.

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