Abo Abonnement
Foto: imago/Horst Rudel
Foto: imago/Horst Rudel

Wer im Chefsessel sitzt, muss Mitarbeiter führen. Vieles lernt man an der Uni. Doch ohne Erfahrung bleibt das graue Theorie.

Fit werden fürs Management Das Leiten kann man lernen

Die Unterrichtssprache ist oft Englisch, die Professoren kommen aus international erfolgreichen Unternehmen und in den Vorlesungen geht es um Inhalte wie „Leadership“ oder „Gesellschaftliche Verantwortung“. Ein Managementstudium an einer Business School gilt als Karriereturbo. Dafür werden im Gegenzug meist stattliche Studiengebühren fällig. Auch in der deutschen Hauptstadt – die heute zusammen mit Brandenburg zu den größten und vielfältigsten Wissenschaftsregionen Europas gehört – ist das Angebot an Managementstudiengängen und weiterführenden Master-Programmen groß. Dabei mischen neben den privaten auch staatliche Hochschulen mit, neben den großen und kleinere Unis. Viele Angebote sind auf die Bedürfnisse bestimmter Branchen zugeschnitten – eine Auswahl.

Digitalisierung

Einen neuen Masterstudiengang „Strategy and Digital Business“ bietet die Berliner ESCP Europe Business School ab September an: Hier werden durch eine Partnerschaft mit der Unternehmensberatung Bain & Company Lehre und Praxis stark verknüpft. Das Angebot richtet sich an Bachelorabsolventen der Wirtschafts-, Sozial- und Naturwissenschaften, die sich mit digitalen Unternehmensstrategien befassen. Das Beratungsunternehmen unterstützt mit Kursen wie „Managing Emerging Technologies“ und „Doing Business with China“. Das Studium ist in sechs Trimester unterteilt – Praktikum und Sprachkurs in Mandarin inklusive.

Politik & Diplomatie

Angebote für angehende Führungskräfte mit internationalen Ambitionen macht auch die private Hertie School of Governance. Ihr Ziel ist es, hochqualifizierte Studierende für Aufgaben im öffentlichen Bereich und in der Wirtschaft vorzubereiten. Wer eine Karriere in Regierungsbehörden, bei einer Nichtregierungsorganisation, im diplomatischen Dienst oder in der Politikberatung anstrebt, kann zum Beispiel im englischsprachigen Studiengang „Master of International Affairs“ das nötige Rüstzeug erhalten. Belegen kann man die Spezialisierungen „Finance and Trade“ sowie „Security and Sustainability“. Das Institut profitiert von der Nähe zu Regierungsbehörden in der Hauptstadt und organisiert Praxissemester und fachliche Partnerschaften mit Führungspersönlichkeiten aus der Politik.

Internationalität

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt die ESMT Berlin. Die Business School bietet ab diesem Herbst gemeinsam mit dem Doha Institute im Emirat Katar einen Doppelabschluss an, den „Executive MBA/MPA“. Das Programm verbindet den Executive Master of Business Administration der ESMT mit dem Executive Master of Public Administration des Doha Institute. Dauer: zwei Jahre. Die Module können berufsbegleitend absolviert werden. Studienort ist größtenteils Doha; ein Kernmodul findet in Berlin statt. Ein Hochschulabschluss sowie mindestens fünf Jahre Berufserfahrung sind Voraussetzung. Laut ESMT-Präsident Jörg Rocholl müssten verantwortungsvolle Manager „Kompetenzen erhalten, um an den Schnittstellen von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft sicher und informiert agieren zu können“. Das Angebot will dazu beitragen.

Nachhaltigkeit

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) ist für ihre Fachbereiche Wald und Umwelt, Landschaftsnutzung und Holzingenieurwesen bekannt. In den vergangenen Jahren wurde das Angebot um das Fach Nachhaltige Wirtschaft erweitert. Ein BWL-Studium mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit ist für Studienanfänger eine Option. Bachelorabsolventen können an der HNEE berufsbegleitend in einem Zertifikatsprogramm einen Master in strategischem Nachhaltigkeitsmanagement belegen.

Darin lernen sie, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Führungskräfte werden zu sogenannten Change Agents, die Veränderungen in Unternehmen oder Organisation anstoßen und gestalten – auch gegen mögliche Widerstände. Im Masterstudiengang Nachhaltige Unternehmensführung stehen praxisorientierte Methoden und die Entwicklung persönlicher Kompetenzen im Mittelpunkt: Themen sind zum Beispiel Grenzen des Wachstums, Ressourcenknappheit, Rohstoffkreisläufe, soziale Aufgaben sowie Green IT.

Kreativität

Die private BSP Business School Berlin setzt neben klassischen Management- Programmen auf Kreativität und Psychologie. Im Bachelorstudiengang Modemarketing lernen die Studierenden, wie man eine Modemarke entwirft und lanciert. Anschließend präsentieren die Fashionmanager in spe ihr Label auf der Berliner Fashion Week. Im Studium der Wirtschaftspsychologie mit anschließendem Master erhalten angehende Führungskräfte neben klassischen Managementfähigkeiten auch Einblicke in die Auswirkungen wirtschaftlicher Dynamik auf die Psyche. Und mit dem Master Sportpsychologische Beratung werden Studierende auf den Druck vorbereitet, der durch die Kommerzialisierung des Sports auf vielen Athleten lastet.

Gesundheit & Soziales

Wer später in der Leitung eines Krankenhauses, eines Pflegedienstes oder einer Kita arbeiten will, braucht besondere Managementfähigkeiten. Die bekommen Studierende zum Beispiel im Studiengang Gesundheitsmanagement der bbw Hochschule. Der sechssemestrige Bachelor soll für Führungsaufgaben in Kranken- und Ärztehäusern, Rehakliniken oder Pflegeeinrichtungen qualifizieren und medizinisches Know-how um Themen aus Wirtschaft und Recht ergänzen.

Und die Alice Salomon Hochschule in Hellersdorf bietet neben vielen anderen Studiengängen aus den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung einen Master in Sozialmanagement an. Das Fernstudium mit Präsenzzeiten bereitet auf Leitungsaufgaben in sozialen Einrichtungen vor – unter anderem mit Fächern wie Recht, BWL, Marketing und Kommunikation.

0 Kommentare
Zur Startseite
Outbrain